"Viel zu wenig": 400 Moria-Bewohner laut Bedford-Strohm keine Großtat, sondern Schande

München - Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, hat den Umgang Europas mit den Menschen aus dem abgebrannten griechischen Flüchtlingslager Moria kritisiert. 

Heinrich Bedford-Strohm (60), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisierte die Aufnahme von nur 400 Minderjährigen aus Moria. (Bildmontage)
Heinrich Bedford-Strohm (60), Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, kritisierte die Aufnahme von nur 400 Minderjährigen aus Moria. (Bildmontage)  © Wolfgang Kumm/dpa , Petros Giannakouris/AP/dpa

400 Minderjährige aufzunehmen und auf zehn Staaten zu verteilen, sei viel zu wenig. 

"Es reicht bei Weitem nicht aus", sagte Bedford-Strohm den Fernsehsendern RTL und ntv. 

Es sei eine Schande, dass die Aufnahme von 400 Menschen schon eine humanitäre Großtat sein solle. "Das kann doch nicht wahr sein! Europa kann doch viel mehr!"

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Weiter sagte der bayerische Landesbischof: "Die Bereitschaft ist ja da, in Europa aufzunehmen. Sie darf nur nicht länger von den Regierungen der Staaten blockiert werden". Einzelne Staaten dürften sich nicht aus der Verantwortung ziehen. 

"Wenn sie dann auch die christlichen Formulierungen vor sich hertragen, dann ist das umso unerträglicher",  

Man könne nicht auf alle Staaten warten. "Das haben wir jetzt jahrelang getan. Da geht die Geduld jetzt auch bei mir wirklich zu Ende!"

Titelfoto: Wolfgang Kumm/dpa , Petros Giannakouris/AP/dpa

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