Mutmaßliche Brandstifter von Moria in Untersuchungshaft

Moria - Die vier Männer und zwei Minderjährigen, die für das Feuer im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos verantwortlich sein sollen, sind in Untersuchungshaft genommen worden. 

Migranten fliehen vor neu ausgebrochenen Feuern mit ihren Habseligkeiten.
Migranten fliehen vor neu ausgebrochenen Feuern mit ihren Habseligkeiten.  © Socrates Baltagiannis/dpa

Das berichtete am Montagabend die griechische Nachrichtenagentur ANA-MPA. Bei den mutmaßlichen Brandstiftern handelt es sich demnach um vier 19-jährige und zwei 17-jährige Afghanen. 

Sie waren kurz nach dem Brand vor knapp zwei Wochen von der Polizei in Gewahrsam genommen worden.

In einer ersten Anhörung sollen die Tatverdächtigen im Beisein eines Athener Rechtsanwalts angegeben haben, unschuldig zu sein; ein afghanischer Landsmann in Moria habe sie der Brandstiftung bezichtigt, weil er Paschtune sei und sie dem Stamm der Hasara angehörten.

Das zuvor völlig überfüllte Flüchtlingslager Moria war bei einem Großbrand in der Nacht vom 8. auf den 9. September fast vollständig zerstört worden. 

Die Behörden gingen schnell von Brandstiftung durch die Migranten selbst aus, weil das Feuer zeitgleich an verschiedenen Stellen ausbrach. 

Rund 12.000 Migranten wurden über Nacht obdachlos

Die rund 12.000 Migranten wurden über Nacht obdachlos. Danach herrschte Chaos auf der Insel, bis ein provisorisches Zeltlager errichtet wurde, in das bisher rund 10.000 Menschen eingezogen sind.

Die Migranten auf Lesbos fordern schon lange, ganz von der Insel gebracht zu werden - manche dortüber einem Jahr unter extrem schlechten Bedingungen auf ihren Asylentscheid. Forderung der Menschen unterstützen auch humanitäre Organisationen. Athen hält sich an das Abkommen der EU mit der Türkei vom Jahr 2016. 

Demnach müssen alle Migranten auf den Inseln bleiben, bis ihr Asylverfahren abgeschlossen ist. Wer kein Asyl bekommt, muss in die Türkei zurück. Mit Verweis auf Corona nimmt die Türkei aber seit Monaten keine Migranten mit abgelehnten Asylanträgen mehr zurück.

Titelfoto: Socrates Baltagiannis/dpa

Mehr zum Thema Flüchtlinge:


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0