Neuer Ansturm von Flüchtlingen erwartet: Benutzt die Türkei Migranten, um die EU zu erpressen?

Athen – Griechenland hat seine Einheiten an der Grenze zur Türkei verstärkt. Als Begründung gab der stellvertretende griechische Migrationsminister, Giorgos Koumoutsakos, am Sonntag an, dass der Streit zwischen beiden Ländern um die Ausschließlichen Wirtschaftszonen (AWZ) im östlichen Mittelmeer auch zu Spannungen an der griechisch-türkischen Grenze führen könnte.

Migranten an der griechisch-türkischen Grenze 02.03.2020, Griechenland, Orestiada: Migranten und Flüchtlinge versammeln sich hinter einem Drahtzaun an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei in der Nähe des geschlossenen Grenzübergangs Kastanies. Tausende versammelten sich dort in der Nähe des Flusses Evros um nach Griechenland zu gelangen.
Migranten an der griechisch-türkischen Grenze 02.03.2020, Griechenland, Orestiada: Migranten und Flüchtlinge versammeln sich hinter einem Drahtzaun an der Grenze zwischen Griechenland und der Türkei in der Nähe des geschlossenen Grenzübergangs Kastanies. Tausende versammelten sich dort in der Nähe des Flusses Evros um nach Griechenland zu gelangen.  © Dimitris Tosidis/XinHua/dpa

Die türkische Führung könnte in den kommenden Tagen erneut Migranten instrumentalisieren, um die Europäische Union zu erpressen, damit sie keine Sanktionen gegen die Türkei verhänge, sagte Koumoutsakos dem Nachrichtensender Skai. "Wir sind darauf vorbereitet und werden so antworten, wie wir es im März gemacht haben." 

Am Grenzfluss Evros sind auch zahlreiche Beamte der europäischen Grenzschutzagentur Frontex im Einsatz.

Die EU hat wiederholt türkische Forschungen nach Erdgas in einem Meeresgebiet südlich der griechischen Inseln Kastelorizo und südöstlich der Urlaubsinseln Rhodos und Kreta kritisiert. 

Zahl seit Flüchtlingskrise rückläufig: So viele Asylanträge werden in Thüringen gestellt
Flüchtlinge Zahl seit Flüchtlingskrise rückläufig: So viele Asylanträge werden in Thüringen gestellt

Bei einem anstehenden Gipfel am 24. und 25. September wollen die EU-Spitzenpolitiker entscheiden, ob und welche Sanktionen gegen die Türkei verhängt werden sollen.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (66) hatte im März die Grenze zu Griechenland und damit zur EU für Migranten für offen erklärt. Daraufhin machten sich Tausende Menschen auf den Weg gen Westen. 

Ein Migrant aus dem Iran reagiert, als er nach seiner Einreise im März dieses Jahres aus der Türkei nach Griechenland im Dorf Thourio in der Region Evros nahe der griechisch-türkischen Grenze seine Dokumente in Händen hält.
Ein Migrant aus dem Iran reagiert, als er nach seiner Einreise im März dieses Jahres aus der Türkei nach Griechenland im Dorf Thourio in der Region Evros nahe der griechisch-türkischen Grenze seine Dokumente in Händen hält.  © Giannis Papanikos/AP/dpa

Griechische Sicherheitskräfte verhinderten damals Übertritte. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bedankte sich bei den Griechen dafür, der "europäische Schild" zu sein.

Titelfoto: Dimitris Tosidis/XinHua/dpa

Mehr zum Thema Flüchtlinge: