Sea-Eye rettet 150 Migranten: Vorräte werden knapp, Italien will wegen Corona nicht helfen

Rom - Die Lage auf dem Rettungsschiff "Alan Kurdi" im Mittelmeer mit 150 Migranten an Bord spitzt sich zu, wie der Sprecher der Organisation Sea-Eye, Gorden Isler, am Donnerstag berichtete.

Die "Alan Kurdi" hat mitten in der Corona-Krise vor Libyen 150 Migranten aufgenommen.
Die "Alan Kurdi" hat mitten in der Corona-Krise vor Libyen 150 Migranten aufgenommen.  © Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa

Die Kapitänin Bärbel Beuse habe die italienische Rettungsleitstelle um Nahrungsmittel, Medikamente und Treibstoff für das Schiff gebeten. Nach Islers Angaben befindet sich die "Alan Kurdi" in der Nähe der Insel Lampedusa.

Das unter deutscher Flagge fahrende Schiff hatte die Migranten am Montag vor Libyen aufgenommen. Die Menschen könnten wegen des Platzmangels kaum schlafen, hieß es von den Helfern.

Die "Alan Kurdi" befindet sich in einer schwierigen Lage, nachdem Italien sich in der Corona-Krise nicht mehr als sicheren Hafen für Migranten ansieht.

Vor der Krise hatte Rom immer wieder aus Seenot gerettete Menschen an Land gehen lassen. Die Regierung in Rom hat nun Deutschland zum Handeln im Fall der "Alan Kurdi" aufgefordert.

Die Bundesregierung sei für das Schiff verantwortlich, hatte das Verkehrsministerium am Mittwoch in Rom mitgeteilt. Italien argumentiert, dass man in der Gesundheitskrise die sanitäre Versorgung der Migranten nicht garantieren könne.

Auch Malta kündigte am Abend an, dass es wegen der Corona-Pandemie derzeit keine Flüchtlinge mehr an Land lassen wolle. "Malta ist nicht in der Lage, Flüchtlingen einen sicheren Aufenthalt anzubieten", stand in einer Erklärung der Regierung. Auch Hilfe für Flüchtlinge an Bord von Rettungsschiffen könne nicht mehr garantiert werden.

Migranten in einem Holzboot vor der Libyschen Küste.
Migranten in einem Holzboot vor der Libyschen Küste.  © Cedric Fettouche/Sea-Eye/dpa

Die Bundesregierung bemüht sich nach Angaben aus Berlin um eine Abstimmung mit den Beteiligten, wie es am Mittwoch hieß.

Titelfoto: Karsten Jäger/Sea-Eye/dpa

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