Tausende Migranten auf Lesbos verbringen vierte Nacht im Freien

Lesbos - Die Errichtung eines provisorischen Lagers auf der Insel Lesbos ist in der Nacht zum Samstag fortgesetzt worden.

Griechische Soldaten errichteten auf einer Shooting Range auf der Insel Lesbos UNHCR-Zelte zur Unterbringung von Flüchtlingen.
Griechische Soldaten errichteten auf einer Shooting Range auf der Insel Lesbos UNHCR-Zelte zur Unterbringung von Flüchtlingen.  © Petros Giannakouris/AP/dpa

"Alle Menschen müssen dorthin gehen. Nur so werden wir sie richtig versorgen können", erklärte der stellvertretende griechische Migrationsminister Giorgos Koumoutsakos im Athener Nachrichtensender Skai.

Dem schloss sich der Chef der Niederlassung der Hilfsorganisation Ärzte der Welt, Dimitris Patestos, an: "Das provisorische Lager muss so schnell wie möglich funktionieren", sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Zahlreiche Migranten sagten Reportern vor Ort, sie wollten nicht ins provisorische Lager und sähen die Lage als Chance, ihre Abreise durchzusetzen. "Wir wollen Freiheit. Wir wollen nach Deutschland - nicht ins Lager", sagen viele.

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Immer wieder kommen spontan kleine Demonstrationen zustande bei denen Migranten "Freiheit, Freiheit", skandieren. Tausende Migranten, darunter Kinder, verbrachten die vierte Nacht in Folge auf den Straßen.

Humanitäre und staatliche Organisationen versuchen Wasser und Lebensmittel zu verteilen, wie das griechische Fernsehen (ERT) zeigte.

Eine Frau hält einen Karton mit der Aufschrift "Hilf uns Europa" während eines Protestes nach den Nachrichten über die Schaffung eines neuen provisorischen Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos hoch.
Eine Frau hält einen Karton mit der Aufschrift "Hilf uns Europa" während eines Protestes nach den Nachrichten über die Schaffung eines neuen provisorischen Flüchtlingslagers auf der Insel Lesbos hoch.  © Socrates Baltagiannis/dpa

Das Lager wird auf einem Schießübungsfeld der griechischen Armee errichtet. Das Gelände liegt nur wenige Kilometer nördlich der Inselhauptstadt Mytilini an der Küste.

Nach wie vor bewegen sich Dutzende Corona-infizierte unter den Tausenden Migranten. Mindestens 35 Migranten waren vor dem Großbrand positiv getestet worden. Sie tauchten nach dem Großbrand unter.

Titelfoto: Socrates Baltagiannis/dpa

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