Tumulte in Asylunterkunft: Isolierte Bewohner werfen Quarantäne-Zäune um

Halberstadt - In der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber in Halberstadt ist es am Samstag nach Angaben einer Sprecherin des Landesverwaltungsamtes vorübergehend zu tumultartigen Szenen gekommen.

In der Asylunterkunft in Halberstadt ist es am Samstag zu tumultartigen Szenen gekommen. (Archivbild)
In der Asylunterkunft in Halberstadt ist es am Samstag zu tumultartigen Szenen gekommen. (Archivbild)  © Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

Anlass war den Angaben nach, dass Bewohner auf dem Gelände zwischen zwei Unterkunftsgebäuden aufgestellte Quarantänezäune umgeworfen haben. Daran sollen etwa 100 bis 150 Menschen beteiligt gewesen sein. Eine Polizeisprecherin bestätigte dies. 

Es sei unklar, weshalb es zu den Szenen gekommen sei. Es habe aber niemand das Gelände der Zentralen Anlaufstelle verlassen, sagten die Sprecherinnen des Landesverwaltungsamtes und der Polizei. 

Die Menschen seien wieder in ihre Unterkünfte gegangen. Es sei das Essen verteilt worden. Die Polizei sei vor Ort, um Mitarbeiter des Landesverwaltungsamtes zu unterstützen. Diese seien im Gespräch mit Vertretern der Flüchtlinge.

Nach bisherigen Angaben des Landkreises Harz waren Bewohner der Zentralen Anlaufstelle für Asylbewerber wegen eines Corona-Falls unter Quarantäne gestellt worden. Dafür wurden die einzelnen Häuser der Einrichtung untereinander isoliert, wie die Sprecherin des Landesverwaltungsamtes sagte. 

Ein ehemaliger Bewohner, der inzwischen in Halle lebt, war positiv auf das neuartige Coronavirus getestet worden. Eine Sprecherin des Landkreises konnte unter Hinweis auf die Zuständigkeit des Landesverwaltungsamtes für die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber keine Angaben zum Geschen am Samstag machen.

UPDATE, 15.15 Uhr

Eine schwangere Bewohnerin, die ihn die Tumulte am Vortag verwickelt worden war, wurde vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht, wo sie zur Beobachtung blieb. 

Bei Untersuchungen wurden bei ihr und dem Kind zunächst keine Verletzungen festgestellt, wie Polizeisprecherin Ilona Wessner in Magdeburg sagte. 

Titelfoto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa

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