Zahl der Geflüchteten in Sachsen steigt: Erstaufnahme-Einrichtungen zu fast 80 Prozent ausgelastet

Leipzig - Die Zahl der in Sachsen eintreffenden Geflüchteten ist zuletzt stark gestiegen.

In Sachsen sind in den vergangenen Wochen sehr viele Geflüchtete in den Erstaufnahmeeinrichtungen eingetroffen, so auch in Leipzig.
In Sachsen sind in den vergangenen Wochen sehr viele Geflüchtete in den Erstaufnahmeeinrichtungen eingetroffen, so auch in Leipzig.  © Lausitznews

Nach Angaben der Landesdirektion vom Dienstag wurden von Januar bis Ende September 5539 Asylsuchende registriert, im Oktober waren es bisher bereits rund 1000 Neuzugänge.

Im September seien Zugangszahlen wie zuletzt Ende 2017 erreicht worden, hieß es. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 waren 3036 Geflüchtete nach Sachsen gekommen.

Parallel dazu steigen die Belegungszahlen in den Einrichtungen der Erstaufnahme. Insgesamt verfügen sie aktuell über 4044 Plätze, von denen bis Montag 3098 belegt waren. Das entspricht einer Quote von 77 Prozent.

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In Chemnitz sind von 1338 Betten 997 besetzt, in Dresden von 806 Betten 696. Leipzig verfügt über 1900 Betten, von denen 1405 voll sind.

Bis September kamen die meisten Flüchtlinge aus Syrien (1175) und Afghanistan (505). Zuletzt waren auch viele Iraker angekommen.

Bislang war die Zahl neu ankommender Flüchtlinge im Freistaat in den vergangenen Jahren stetig zurückgegangen.

Ist Lukaschenko verantwortlich für den starken Zustrom Geflüchteter?

2014 waren insgesamt 11.786 Menschen nach Sachsen gekommen, die in Deutschland Schutz suchten. Ein Jahr später trafen rund 69.900 Personen ein. 2016 kamen noch etwa 14.860 Asylsuchende, im Jahr darauf 9183 und 2018 dann 8828. 2019 sank die Zahl auf 6645.

2020 waren es durch die Corona-Pandemie noch weniger.

Die Bundespolizei registriert seit geraumer Zeit vermehrt illegale Grenzübertritte an der deutsch-polnischen Grenze und bringt das mit der Situation in Belarus in Verbindung. Die Regierungen mehrerer Länder beschuldigen den dortigen Machthaber Alexander Lukaschenko (67), in organisierter Form Flüchtlinge aus Krisenregionen an die EU-Außengrenze zu bringen.

Er hatte angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde – als Reaktion auf verschärfte westliche Sanktionen gegen sein Land.

Titelfoto: Lausitznews

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