Airline, die es nicht gibt, will Staatshilfe kassieren

Boca Raton (USA) - Eine Airline, die weder Flugzeuge noch Angestellte hat, will Staatshilfe in einer Krise, von der sie gar nicht betroffen ist, beantragen und macht dabei noch mehr Fehler.

Avatar Airlines will am liebsten nur mit Boeings 747 abheben. (Illustration)
Avatar Airlines will am liebsten nur mit Boeings 747 abheben. (Illustration)  © PR/Avatar Airlines

In den USA befindet sich momentan eine neue Fluggesellschaft in Gründung. "Avatar Airlines" will, wenn es nach dem Gründer Barry Michaels geht, Billigflüge zwischen großen amerikanischen Rennstrecken anbieten.

Ein Flugticket inklusive Gepäck, Bordunterhaltung, Snacks und W-LAN soll ab dem nächsten Jahr zu einem Preis ab 49 US-Dollar (etwas mehr als 44 Euro) erhältlich sein. Versteckte Kosten will Michaels bei seiner "Avatar Airlines" nicht haben.

Der geschäftstüchtige Manager hat sogar schon Kontakt zu Flugzeugbauer Boeing. Denn die Neu-Airline möchte 30 Maschinen vom Typ 747 kaufen. Das sind besonders große Passagier-Flugzeuge, die über zwei Ebenen verfügen.

Doch bei Boeing zeigt man sich unbeeindruckt und ignorierte Michaels Kauf-Absichtserklärung, berichtet das Branchen-Portal Aerotelegraph.

Es ist nicht das erste Mal, das Michaels sich bei dem Flugzeugbauer meldet. In den 1990er Jahren wollte er schon einmal eine Billig-Airline mit mehreren 747-Maschinen gründen.

Doch der Geschäftsmann wurde wegen Steuervergehen in Haft gesteckt und Boeing wollte nichts mehr mit ihm zu tun haben.

Airline-Gründer begeht grobe Fehler

Barry Michaels will wieder eine Airline gründen.
Barry Michaels will wieder eine Airline gründen.  © PR/Avatar Airlines

Auf der Suche nach finanziellen Hilfen wird er nun gar kreativ. So spricht er auf seiner Website nicht nur risikobereite Investoren an. Auch einen Brief an den US-amerikanischen Finanzminister Steven Mnuchin verschickte der Geschäftsmann bereits.

Er hoffe auf die Bereitstellung von Corona-Hilfsgeldern. "Mit dem Ausbruch von Covid-19 und trotz der Bemühungen des Konjunkturpakets wird es in dieser Branche [...] leider Verluste geben", schreibt Michaels an den Minister.

Er erklärt weiter, dass seine Airline momentan nicht von der Krise betroffen sei. "Keine Flüge, keine Gemeinkosten, Verwaltungskosten oder Fixkosten", heißt es in dem Schreiben. Dennoch will Michaels das Geld der Regierung.

"Wie wir erklärten, ist Avatar eindeutig bereit, der Luftfahrtindustrie einen Paradigmenwechsel zu präsentieren, wenn wir im nächsten Jahr unseren Betrieb aufnehmen." 

Und weiter: "Damit sind wir heute an einem Punkt angelangt, an dem der Zeitpunkt für eine signifikante Kapitalzufuhr nicht günstiger sein könnte", schließt Michaels seinen Brief an Mnuchin ab.

Doch der Finanzminister dürfte über diese Post gar nicht erfreut sein. 

Zum einen, weil sie in der momentan wirtschaftlichen Lage völlig fehl am Platz ist. Zum anderen, weil Michaels den Minister schon direkt in der Anrede falsch schreibt.

Ob er ein Angebot unterbreitet, bleibt abzuwarten. Doch die Aussichten scheinen denkbar schlecht zu sein. Auch, dass Boeing auf die Absichtserklärung antwortet, ist momentan eher unwahrscheinlich.

Titelfoto: PR/Avatar Airlines

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