"McFit"-Gründer Schaller nach Flugzeugabsturz weiter vermisst: Experte zeichnet düsteres Szenario

San José (Costa Rica) - Ein Privatflugzeug mit "McFit"-Gründer Rainer Schaller (53) an Bord ist vor der Küste von Costa Rica ins Meer gestürzt. Die Suche nach den Insassen dauert an, ein Luftfahrtexperte zeichnet ein dramatisches Bild.

"McFit"-Gründer Rainer Schaller (53) gilt derzeit als vermisst.
"McFit"-Gründer Rainer Schaller (53) gilt derzeit als vermisst.  © Marius Becker/dpa

Bislang konnten die aktuell am Ort des Absturzes eingesetzten Suchmannschaften die Leichen eines Erwachsenen und eines Kindes bergen. Zu den Identitäten liegen derzeit seitens der Behörden des Landes allerdings noch keine Informationen vor.

Fest steht jedoch, dass sich an Bord der Maschine des Typs Piaggio P.180 Avanti fünf Passagiere - darunter auch Schaller, dessen Lebensgefährtin Christiane Schikorsky (44) sowie deren beide Kinder Finja und Aaron - sowie ein Pilot befanden.

Das in Palenque (Mexiko) gestartete Flugzeug war etwa 40 Kilometer vor der Küste von Costa Rica und somit vor dem Zielflughafen der Provinz Limón plötzlich vom Radar verschwunden. Auf dem Meer treibende Trümmerteile hatten den schrecklichen Verdacht eines Absturzes entsprechend bestätigt.

Flugzeugabsturz mit dutzenden Toten im Himalaya: Suche nach letzten Insassen
Flugzeugunfall Flugzeugabsturz mit dutzenden Toten im Himalaya: Suche nach letzten Insassen

Der deutsche Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt hat gegenüber Bild mit Blick auf die Insassen ein düsteres Szenario für die letzten Augenblicke vor der Katastrophe gezeichnet.

So seien die Passagiere des Druckpropeller-Flugzeugs beim Absturz wohl bei vollem Bewusstsein gewesen. Der Flug habe generell kontrolliert gewirkt. "Die Maschine flog stabil in normaler Reiseflughöhe", sagte Großbongardt. Vor dem Flughafen flog der Pilot noch eine 90-Grad-Kurve, dann verschwand die Maschine vom Radar. Der Kontakt brach ab.

Ein vom Sicherheitsministerium Costa Ricas zur Verfügung gestelltes Foto zeigt persönliche Gegenstände der Fluggäste.
Ein vom Sicherheitsministerium Costa Ricas zur Verfügung gestelltes Foto zeigt persönliche Gegenstände der Fluggäste.  © -/Costa Rica Public Security Ministry/dpa
Auf Flightradar24 ist die Route des Flugzeuges von Mexiko nach Puerto Limón (Costa Rica) nachvollziehbar.
Auf Flightradar24 ist die Route des Flugzeuges von Mexiko nach Puerto Limón (Costa Rica) nachvollziehbar.  © -/Flightradar24.com/dpa

Flugzeugabsturz vor Costa Rica: Hat die Privatmaschine keinen Flugschreiber an Bord?

Rund 45 Minuten vor dem folgenschweren Crash hatte die Maschine allerdings die vorherige Flughöhe von 10.000 Metern verlassen und war zudem langsamer geworden. "Ich vermute, dass hier ein technisches Problem aufgetreten ist." Ein solches hatte der Flugkapitän offiziellen Informationen der Behörden zufolge im Kontakt mit den Fluglotsen aber nicht gemeldet.

Möglicherweise sei ein Triebwerk ausgefallen, vermutete Großbongardt. Die genaue Unglücksursache ist aktuell noch unklar, die Ermittlungen dauern an. Eine Aufklärung könnte allerdings dadurch erschwert werden, dass aufgrund der Größe der Maschine laut Costa Ricas Luftfahrtdirektor Fernando Naranjo ein Flugschreiber nicht verpflichtend sei.

Titelfoto: Montage: Marius Becker/dpa, -/Costa Rica Public Security Ministry/dpa

Mehr zum Thema Flugzeugunfall: