Nach Flugzeugabsturz mit drei Toten: Auch 16-jähriges Mädchen erliegt Verletzungen

Sandersdorf-Brehna OT Renneritz - Nach dem Absturz eines Kleinflugzeuges am Sonntag auf dem Flugplatz im Kreis Anhalt-Bitterfeld ist das aus dem Flugzeug geborgene, schwerverletzte Mädchen gestorben.

Am Sonntagnachmittag stürzte ein Kleinflugzeug in Sachsen-Anhalt ab. Der 55-jährige Pilot und zwei Teenager starben.
Am Sonntagnachmittag stürzte ein Kleinflugzeug in Sachsen-Anhalt ab. Der 55-jährige Pilot und zwei Teenager starben.  © Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa

Nach Polizeiangaben kamen der 55-jährige Pilot aus Sachsen sowie zwei Teenager, ein Junge und ein Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren, aus Nordrhein-Westfalen bei dem Absturz am Sonntagabend ums Leben.

Wie die Polizei am Montag mitteilte, befindet sich die 16-Jährige – ebenfalls aus Nordrhein-Westfalen – mit schwersten Verletzungen in einem Krankenhaus in Halle.

Die Ursache des Flugzeugabsturzes war am Montagmorgen noch unbekannt. Das Luftfahrtbundesamt hat an der Unglücksstelle die Ermittlungen zur Unfallursache übernommen.

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Nach derzeitigen Erkenntnissen stürzte das einmotorige Flugzeug polnischer Bauart kurz nach dem Start im Bereich des Startfeldes ab und geriet in Brand.

Auf dem Flugplatz in Renneritz fand am Sonntag ein Fliegerlager mit verschiedenen Flugvereinen statt, an dem auch die Passagiere des Kleinflugzeuges teilnahmen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

UPDATE, 16.40 Uhr: Suche nach Ursache für Absturz hat begonnen

Die Bestimmung der Absturz-Ursache wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.
Die Bestimmung der Absturz-Ursache wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen.  © Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa

Nach dem Flugzeugunglück suchen Experten nach der Ursache. Mit schnellen Ergebnissen sei nicht zu rechnen, sagte ein Sprecher der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung am Montag der dpa.

Er verwies auf umfangreiche Analysen. Dazu gehörten der technische Zustand der Maschine, die Flugerfahrung des Piloten, die örtlichen Gegebenheiten wie auch das Wetter zum Zeitpunkt des Unglücks.

Mit einem Zwischenbericht zum Unglück werde voraussichtlich Ende September, mit einem Abschlussbericht etwa in zwölf Monaten gerechnet. Es gelte eine Vielzahl an Fakten und Daten zu dokumentieren und auszuwerten.

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Vor Ort sind die Trauer und das Entsetzen über das Unglück sehr groß. Die Geschehnisse seien nicht einfach zu verarbeiten, das werde lange Zeit brauchen und immer in Erinnerung bleiben, sagte ein Sprecher eines Segelflugvereins der dpa. "Vier Tote, junge Menschen, das ist alles unfassbar", sagte er. Die Trauer sei kaum in Worte zu fassen.

So etwas habe es in der langen Fluggeschichte des Vereins noch nicht gegeben, sagte der Sprecher des Segelflugvereins. Er habe den Piloten gekannt: "Er war ein lieber guter Kerl", sagte er mit tränenerstickter Stimme.

UPDATE, 10 Uhr: Gerettetes Mädchen erliegt ihren Verletzungen

Wie die Polizei inzwischen mitteilte, ist das aus Nordrhein-Westfalen stammende Mädchen am Montagmorgen ihren schweren Verletzungen erlegen.

Zeugen, die Wahrnehmungen im Zusammenhang mit dem tragischen Unglück machen konnten, werden gebeten, sich bei der Polizeiinspektion Dessau-Roßlau unter der Tel. 0340-6000291 zu melden.

Hinweise können auch an die E-Mail Adresse lfz.pi-de@polizei.sachsen-anhalt.de gerichtet werden.

Titelfoto: Heiko Rebsch/dpa-Zentralbild/dpa

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