So erlebte ein Überlebender den Flugzeug-Absturz in Pakistan

Karatschi (Pakistan) - Nach dem Absturz einer Passagiermaschine in einem Wohngebiet in Pakistan (TAG24 berichtete) ist der Flugschreiber geborgen worden. Dieser soll nun der Untersuchungskommission übergeben werden, wie ein Sprecher von Pakistan International Airlines (PIA) am Sonntag mitteilte.

Imran Ismail (m.), Provinzgouverneur von Sindh, und links neben ihm Ghulam Sarwar, Luftfahrtminister von Pakistan, besuchen die Absturzstelle des Flugzeugs.
Imran Ismail (m.), Provinzgouverneur von Sindh, und links neben ihm Ghulam Sarwar, Luftfahrtminister von Pakistan, besuchen die Absturzstelle des Flugzeugs.  © dpa/Uncredited/Pakistan Civil Aviation Authority/AP

Nach Angaben des Gesundheitsministeriums der Provinz Sindh kamen 97 der 99 Insassen bei dem Unglück ums Leben. 

Die Maschine hatte am Freitag eine Schneise der Verwüstung hinterlassen, als sie nur wenige Minuten vor der Landung in der Stadt Karatschi abstürzte. Die Bergungsarbeiten gingen am Sonntag weiter.

Ein Überlebender schilderte im Fernsehen die dramatischen Momente des Absturzes. "Die Menschen gerieten in Panik und begannen laut zu beten", erzählte Muhammad Zubair dem Sender "Geo TV" am Abend nach dem Absturz des Airbus A320. 

"Der Pilot hielt das Flugzeug für die nächsten zehn bis fünfzehn Minuten in der Luft und machte eine zweite Ansage zur Landung, aber das Flugzeug stürzte ab", sagte Zubair. Überall sei Feuer zu sehen gewesen. 

"Überall waren Schreie von Kindern, Erwachsenen und älteren Menschen zu hören." Er habe sich befreit und sei aus etwa drei Metern Höhe aus dem Wrack gesprungen.

Nur zwei Menschen überlebten den Absturz

Freiwillige Helfer und Einsatzkräfte suchen nach Überlebenden, nachdem Flug PK8303 in einem Wohngebiet abgestürzt ist.
Freiwillige Helfer und Einsatzkräfte suchen nach Überlebenden, nachdem Flug PK8303 in einem Wohngebiet abgestürzt ist.  © dpa/Fareed Khan/AP

Zubair war einer von zwei Überlebenden des Flugzeugabsturzes im Süden Pakistans. Er erlitt Verbrennungen, ist laut Behörden aber in einem stabilen Zustand. 

Bilder kurz nach dem Unglück zeigten ein Bild der Verwüstung. Anwohner im Stadtteils "Model Colony" eilten zur Hilfe und suchten nach Überlebenden. Der Unglücksort lag nur etwa zwei Kilometer von der Landebahn entfernt.

Menschen wurden aus den Trümmern eingestürzter Gebäude herausgezogen, während Feuerwehrleute Brände bekämpften. Die dicht besiedelte Hafenstadt im Süden Pakistans hat rund 14 Millionen Einwohner. Laut Gesundheitsministerium der Provinz Sindh wurden bisher 26 Passagiere identifiziert und mindestens 45 DNA-Proben von Angehörigen entnommen. Acht Anwohner wurden bei dem Absturz verletzt.

Der von Pakistan International Airline (PIA) betriebene Airbus mit der Flugnummer PK8303 war am Freitag auf dem Weg von der östlichen Stadt Lahore nach Karatschi. 

Den Angaben zufolge befanden sich an Bord der Maschine 91 Passagiere und 8 Crewmitglieder.

Unglücks-Ursache weiter unklar

Ein Feuerwehrmann versucht, das Feuer an der Absturzstelle zu löschen.
Ein Feuerwehrmann versucht, das Feuer an der Absturzstelle zu löschen.  © dpa/Fareed Khan/AP

Eine genaue Ursache für den Absturz war auch am Sonntag nicht bekannt. Kurz vor dem Absturz habe der Pilot laut dem Tower technische Probleme der Maschine gemeldet, sagte der Chef der betroffenen Airline PIA, Arshad Malik. 

Funksprüche deuteten auf ein Versagen der Triebwerke der Maschine hin. Augenzeugen berichteten lokalen Fernsehsendern, dass sie das Flugzeug um den Flughafen kreisen sahen, bevor es in dem Wohngebiet abstürzte.

Pakistans Luftverkehrsminister Ghulam Sarwar Khan kündigte am Samstag zusätzliche Entschädigung für die Hinterbliebenen der Opfer an. Eine Million pakistanische Rupien (umgerechnet rund 5700 Euro) sollen Angehörige neben Versicherungsbeträgen jeweils für Verstorbene erhalten. 

Die beiden Überlebenden bekämen die Hälfte des Betrags. Auch die Anwohner der Absturzstelle, deren Häuser verwüstet wurden, sollen entschädigt werden.

Die Regierung versprach eine umfassende Untersuchung. Eine vierköpfige Delegation unter Aufsicht der Luftwaffe werde demnach den Unfall rekonstruieren und erste Ergebnisse innerhalb eines Monats präsentieren. 

Pakistans Premierminister Imran Khan drückte den Opfern und Familien sein Beileid aus. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel übermittelte eine Beileidsbekundung nach Pakistan.

Titelfoto: dpa/Uncredited/Pakistan Civil Aviation Authority/AP

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