Lufthansa-Maschine nach längstem Nonstop-Flug der Geschichte gelandet

Hamburg – Die Lufthansa ist am Sonntagabend vom Flughafen Hamburg mit einem Airbus A350-900 zum längsten Nonstop-Passagierflug in ihrer Unternehmensgeschichte gestartet.

Das Lufthansa-Flugzeug vom Typ Airbus A350-900 fährt am Abend auf dem Hamburger Flughafen in Richtung der Startbahn.
Das Lufthansa-Flugzeug vom Typ Airbus A350-900 fährt am Abend auf dem Hamburger Flughafen in Richtung der Startbahn.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Ziel ist die 13.700 Kilometer entfernte Militärbasis Mount Pleasant auf den Falklandinseln. Der Sonderflug dauert 15 Stunden und 35 Minuten, wie eine Sprecherin sagte.

An Bord sind Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) sowie die neue Crew des Forschungseisbrechers "Polarstern".

Auf den Falklandinseln steigen sie auf die "Polarstern", um zwei Monate im antarktischen Weddellmeer Langzeitdaten für Klimavorhersagen zu ermitteln.

Grund für die ungewöhnliche Anreise in die Antarktis sei die Corona-Pandemie, sagte eine AWI-Sprecherin. Normalerweise reisen die Forscher auf dem Luftweg über Südafrika oder Chile in die Antarktis. Linienflüge kämen wegen der Pandemie zurzeit jedoch nicht infrage.

Vor dem Abflug befanden sich die Passagiere und die Lufthansa-Crew zwei Wochen in Quarantäne.

Argentinisches Außenministerium feiert Lufthansa-Antrag

Vor dem Flug wird die Maschine enteist.
Vor dem Flug wird die Maschine enteist.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet. Seit 1833 wird die Inselgruppe im Südatlantik allerdings auch von Argentinien beansprucht.

Im Falklandkrieg 1982 kamen rund 900 Menschen ums Leben. Das argentinische Außenministerium feierte den Antrag der Lufthansa auf Überflug- und Landerechte nun als Anerkennung ihrer Ansprüche.

Bislang war die Haltung der Bundesregierung, die konkurrierenden Ansprüche seien friedlich und auf dem Verhandlungsweg zwischen den Parteien zu klären.

Das Auswärtige Amt erklärte zuletzt auf Anfrage: "Die Position der Bundesregierung zu den Falklandinseln hat sich nicht geändert. Die Handlungen von privaten Unternehmen sind der Bundesrepublik Deutschland nicht zuzurechnen und haben keine völkerrechtlichen Folgen."

Update, 14 Uhr: Maschine landet nach über 15 Stunden

Rekord-Flug für die Lufthansa: Nach 15 Stunden 36 Minuten und 13.600 Kilometern ist ein Airbus A350-900 mit Forschern an Bord auf den Falklandinseln angekommen.

Mit der Landung am Montag war es der längste Nonstop-Passagierflug in der Unternehmensgeschichte, wie eine Lufthansa-Sprecherin sagte. An Bord waren Forscher des Bremerhavener Alfred-Wegener-Instituts (AWI) sowie die neue Crew des Forschungseisbrechers "Polarstern".

Die 92 Passagiere sollen auf den im Südatlantik gelegenen Falklandinseln auf das Schiff umsteigen, um zwei Monate im antarktischen Weddellmeer Langzeitdaten für Klimavorhersagen zu ermitteln.

Die Lufthansa-Maschine fliegt am Mittwoch zurück nach München. An Bord sein wird auch die abgelöste Crew der "Polarstern".

Titelfoto: Daniel Bockwoldt/dpa

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