Polizei warnt: So perfide nutzen Betrüger die Corona-Krise im Netz aus!

Kiel - Das Landeskriminalamt Schleswig-Holstein warnt in der Corona-Pandemie vor Anzeigen, die den Menschen aus dem Homeoffice heraus leicht verdientes Geld versprechen!

Die Täter kontaktieren die Arbeitssuchenden oftmals über Messenger wie WhatsApp.
Die Täter kontaktieren die Arbeitssuchenden oftmals über Messenger wie WhatsApp.  © Polizei Schleswig-Holstein

So sei die aktuelle Situation dafür verantwortlich, dass viele Menschen gezwungen seien, nach Nebentätigkeiten aus dem Homeoffice heraus zu suchen, was sich wiederum Betrüger zu Nutze machen würden.

Eine besonders beliebte Masche: Mit seriös wirkenden Stellenanzeigen werde auf Job-Portalen nach sogenannten "App-Testern" gesucht.

Alternativ würden Arbeitssuchende von den Tätern auch direkt angesprochen, die Kontaktaufnahme erfolge dann über Messengerdienste, wie beispielweise WhatsApp.

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Im weiteren Verlauf eröffnen die späteren Opfer zu angeblichen Testzwecken verschiedene Bankkonten, zu denen sie die Daten an ihre Auftraggeber weiterleiten.

Diese ändern die Zugangsdaten dann sofort und nutzen die Konten, um Geld aus anderen Betrügereien in Länder wie Litauen, Lettland, Russland oder die Türkei zu transferieren.

Dies laufe dann so lange, bis die Geldwäscheabteilungen der Banken auf die Geldbewegungen (20.000 bis 30.000 Euro sind keine Seltenheit) aufmerksam würden und der Kontoinhaber wegen des Verdachts der Geldwäsche angezeigt werde.

Meist fielen diese dann aus allen Wolken, da sie durch seriös wirkende Arbeitsverträge getäuscht worden seien.

Plötzlich werden Unwissende der Geldwäsche verdächtigt

Plötzlich geht es den Unwissenden ans Geld, wenn sie für die entstandenen Schäden haftbar gemacht werden. (Symbolfoto)
Plötzlich geht es den Unwissenden ans Geld, wenn sie für die entstandenen Schäden haftbar gemacht werden. (Symbolfoto)  © Peter Steffen/dpa

Bei einer ähnlichen Betrugsmasche würden auf Job-Portalen Menschen gesucht, die für ihre Auftraggeber Warenpakete annehmen, sammeln und weiter verschicken sollen. Dafür werde oftmals ein Stundenlohn von 16 Euro versprochen.

Als sogenannte "Warenagenten" würde sie dann an sie adressierte Päckchen mit Handys oder Tablets annehmen und in größeren Chargen weiterleiten.

Diese "Geschäftsmodell" werde den Menschen damit erklärt, dass man sich die Waren aufgrund angeblicher Handelssanktionen nicht direkt senden lassen könne oder die Waren vor Ort angeblich einfach günstiger als in den Zielländern seien. In Wahrheit werde dieses Modell jedoch ebenfalls zur Geldwäsche genutzt.

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"Die Finanz- und Warenagenten, wie wir die App-Tester und Warenweiterleiter nennen, haben sich strafbar gemacht und können wegen leichtfertiger Geldwäsche belangt werden. So werden leichtgläubige Jobsuchende nicht selten zu teils hohen Geldstrafen verurteilt", erklärt Roland Otto, Mitarbeiter im Geldwäschesachgebiet des Landeskriminalamtes Schleswig-Holstein.

Neben der Vorstrafe käme in den meisten Fällen dann auch noch dazu, dass sie für die entstandenen Schäden haftbar gemacht und so plötzlich vor einem riesigen Schuldenberg stehen würden.

Titelfoto: Polizei Schleswig-Holstein

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