Affenpocken in Deutschland: Hinweise auf Kontakte in NRW!

Düsseldorf - In Nordrhein-Westfalen liegen nach Angaben des Landesgesundheitsministeriums Hinweise "auf mögliche Kontakte von Personen mit dem Affenpockenvirus" vor.

Affenpocken verlaufen meist milde, können aber auch vereinzelt schwere Verläufe nehmen.
Affenpocken verlaufen meist milde, können aber auch vereinzelt schwere Verläufe nehmen.  © Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa

Diesen Hinweisen werde nachgegangen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Samstag der Deutschen Presse-Agentur.

Das Landeszentrum für Gesundheit stehe in engem Austausch mit dem Ständigen Arbeitskreis der Kompetenz- und Behandlungszentren für Krankheiten durch hochpathogene Erreger.

"Die Situation wird genau beobachtet; die Ärzte sowie die Gesundheitsämter werden um verstärkte Wachsamkeit gebeten", ergänzte der Ministeriumssprecher.

Frau wacht regelmäßig im Glauben auf, sie sei sechs Jahre alt und wurde entführt
Gesundheit Frau wacht regelmäßig im Glauben auf, sie sei sechs Jahre alt und wurde entführt

Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung in Deutschland werde nach derzeitigen Erkenntnissen vom Robert Koch-Institut als gering eingeschätzt.

Am Freitag war erstmals in Deutschland ein Fall von Affenpocken bestätigt worden.

Betroffen sei ein aus Brasilien stammender 26-Jähriger, der von Portugal über Spanien nach München gereist sei, hatte das bayerische Gesundheitsministerium mitgeteilt.

Zwei Fälle in Berlin bestätigt

Eine Frau arbeitet im Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, wo das Affenpocken-Virus untersucht wurde.
Eine Frau arbeitet im Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr in München, wo das Affenpocken-Virus untersucht wurde.  © Martin Bühler/Bundeswehr/dpa

Seit etwa einer Woche ist er demnach in der bayerischen Landeshauptstadt, zuvor war er in Düsseldorf und Frankfurt am Main.

Es ist der erste jemals in Deutschland erfasste Fall von Affenpocken, zuvor wurde das Virus nach Angaben des RKI hierzulande noch nie nachgewiesen. Am Samstag wurden auch zwei Fälle in Berlin bestätigt.

Der Patient in München leidet an der milderen westafrikanischen der zwei bekannten Virusvarianten.

Mehr Fälle: So viele Menschen haben sich im Ländle mit Affenpocken infiziert
Gesundheit Mehr Fälle: So viele Menschen haben sich im Ländle mit Affenpocken infiziert

Das hat die Genom-Analyse des Erregers am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr ergeben, wie das bayerische Gesundheitsministerium am Samstag mitteilte.

Gesundheitsbehörden zufolge verursacht das Virus meist nur milde Symptome, kann aber auch schwere Verläufe nach sich ziehen.

In Einzelfällen sind tödliche Erkrankungen möglich.

Übertragen wird das Virus vor allem über direkten Kontakt oder Kontakt zu kontaminierten Materialien, auch eine - wohl sehr seltene - Übertragung über Tröpfchen in der Luft ist auf kürzere Distanzen möglich.

Titelfoto: Montage: Cynthia S. Goldsmith/Russell Regner/CDC/AP/dpa / Martin Bühler/Bundeswehr/dpa

Mehr zum Thema Gesundheit: