Hamsterkäufe: Jetzt wird Ibuprofen und Paracetamol knapp!

Deutschland - Eine Apotheken-Mitarbeiterin erklärt auf ihrer Website, dass bestimmte Arzneimittel im Moment knapp werden, obwohl gar keine Not zum Hamstern bestünde.

Leere Apotheken-Lager: Vor allem Ibuprofen und Paracetamol trifft es dieser Tage hart. (Symbolbild)
Leere Apotheken-Lager: Vor allem Ibuprofen und Paracetamol trifft es dieser Tage hart. (Symbolbild)  © 123RF/Tobias Arhelger

Die Pharmazeutisch-technische Assistentin Eva Bahn erklärte auf ihrer Website Doc Check, dass momentan nicht nur Mundschutzartikel und Desinfektionsmittel rar werden würden.

Viele Kunden kämen demnach derzeit zu ihrer Arbeitsstelle und würden vor allem Ibuprofen und Paracetamol kaufen. "Aktuell wird es gerade bei den Ibuprofen-Säften problematisch", schrieb sie. Auch Ibu-Großpackungen werden allmählich zur Mangelware.

Bahn erklärte, dass vier Ibuprofen-Hersteller in China und Indien sitzen würden, zwei weitere in den USA. Mehr soll es auf der ganzen Welt nicht geben. Kunden denken deshalb, dass die Staaten früher oder später ihre Exporte einschränken und keine Medikamente mehr in Deutschland ankämen.

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Zwar schränkt Indien derzeit die Exporte von einigen Medikamenten ein, aber die beiden Arzneimittel, die so heftig gehamstert werden, sind nicht davon betroffen. Es geht nur um die folgenden aus Indien stammenden Stoffe:

  • Aciclovir
  • Chloramphenicol
  • Clindamycin
  • Erythromycin
  • Metronidazol
  • Neomycin
  • Ornidazol
  • Paracetamol
  • Progesteron
  • Tinidazol
  • Vitamin B1 (Thiamin)
  • Vitamin B6 (Pyridoxin)
  • Vitamin B12 (Cobalamin)

Hamster-Einkäufe in Apotheke nicht nötig

In Apotheken werden Medikamente rar. (Symbolbild)
In Apotheken werden Medikamente rar. (Symbolbild)  © 123RF/Alexander Dorn

Aufgrund dieser Schlagzeilen würden viele Patienten außer Acht lassen, welche Arzneimittel von den Restriktionen betroffen sind oder, ob sie in den betroffenen Werken in Asien oder den USA hergestellt würden.

So berichtet die Pharmazeutisch-technische Assistentin weiter, dass plötzlich auch die Nachfrage nach ganz anderen Mitteln steigen würde.

"Das Hamstern beginnt ähnlich wie beim Supermarkt", schrieb sie auf der Website. "Viele versuchen, ihre Hausärzte dazu zu bewegen, ihnen zwei oder mehr Packungen ihrer Dauermedikation aufzuschreiben."

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Oft gehe es da um Paracetamol und Vitamin-B-Kapseln. Doch es bestünde keine Not bei diesen Tabletten und Kapseln. Sie ließen sich auch in der Zukunft auftreiben.

Eva Bahn versteht deshalb noch weniger, dass nun sogar ihre Kollegen mit Hamstern beginnen. "Ich höre, dass sich Kollegen mit einem Jahresbedarf oder mehr eindecken", einfach nur, um immer genügend Vorräte zu haben, schrieb sie.

Derweil sind die meisten Medikamente schon innerhalb sehr kurzer Lieferzeiten wieder auf Lager. Bahn gibt deshalb zu bedenken, dass gar nicht gehamstert werden müsste - weder in den Verkaufsstellen, noch in den Heim-Apotheken-Schränken.

Titelfoto: 123RF/Tobias Arhelger

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