Neujahrsvorsatz "vegan": Leipziger Ernährungsberaterin erklärt, wie es geht

Leipzig - Mit dem Rauchen aufhören, mehr Sport, weniger Stress: Viele Neujahrsvorsätze drehen sich rund um das Thema Gesundheit. Einen großen Beitrag dazu kann die Ernährung leisten, viele Menschen entscheiden sich beispielsweise für den Verzicht auf tierische Produkte, um etwas für sich und ihre Umwelt zu tun. Wie der Umstieg vom Fleischesser zum Veganer klappt, hat TAG24 im Interview mit der veganen Ernährungsberaterin Monique Hunger (33) aus Leipzig erfahren.

Vegane Ernährung kann fit und wach machen - wenn man sich statt nur von Nudeln und Pommes von viel gesundem Obst und Gemüse ernährt.
Vegane Ernährung kann fit und wach machen - wenn man sich statt nur von Nudeln und Pommes von viel gesundem Obst und Gemüse ernährt.  © Marco Kitzing/ Kitzing pix

TAG24: Viele Veganer verzichten auf Fleisch und Milchprodukte, weil sie nicht wollen, dass Tiere wegen ihn getötet oder ausgebeutet werden müssen. Warum ergibt es aber auch aus gesundheitlichen Gründen Sinn, sich ohne tierische Produkte zu ernähren?

Monique Hunger: Die körperlichen Veränderungen können ganz unterschiedlich sein: Wenn du dich auch als Veganer nur von Nudeln, Pommes und Süßigkeiten ernährst, wird sich nicht viel ändern. Setzt man aber auf frische, unverarbeitete Lebensmittel und viel Obst und Gemüse, kann man schnell Veränderungen im Hautbild und am Energie-Level erkennen.

Man fühlt sich viel wacher und frischer und auch das bekannte Mittagstief bleibt aus, da tierische Produkte nicht so schnell in unserem Körper verarbeitet werden können wie pflanzliche. Sportlich gesehen kann eine vegane Ernährung bei der Regeneration helfen und die Leistung steigern. Vielen Zivilisationskrankheiten wie Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen kann man somit vorbeugen oder auch in den Griff bekommen.

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TAG24: Worauf muss ich als Vegan-Anfänger achten, damit ich mich nicht mangelhaft ernähre?

Hunger: Wie bereits erwähnt würde ich auf möglichst viele, unverarbeitete Lebensmittel setzen. Ein Apfelsaft zum Beispiel ersetzt nicht einen Apfel. Zusätzlich zu jeder Menge Obst, Gemüse, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchten würde ich noch das Vitamin B12 und Eisen ersetzen. B12 ist ein Bakterium, welches Tiere einst über das Gras, das sie gefressen haben, aufgenommen haben - heute wird das in der Massentierhaltung in deren Futter gemischt. Das kann man in Form von Kapseln oder Tropfen supplementieren. Auch im Auge behalten sollte man seine Kalzium- und Omega 3-Zufuhr - wenn man aber viel und ausgewogen Gemüse wie Brokkoli und Spinat und Nüsse, Öle und Leinsamen oder Ähnliches zu sich nimmt, sollte kein Mangel entstehen.

In Brokkoli steckt viel Eisen - auf diesen Nährstoff sollten vor allem vegane Frauen achten.
In Brokkoli steckt viel Eisen - auf diesen Nährstoff sollten vor allem vegane Frauen achten.  © Marco Kitzing/ Kitzing pix

TAG24: Welche Gerichte kannst du empfehlen, die auch einem Fleischesser gut schmecken?

Hunger: Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ein "Chili Sin Carne" immer gut ankommt. Da sind dann Hülsenfrüchte drin als Proteinquelle, Gemüse, Kartoffeln und für die fleischartige Konsistenz und den rauchigen Geschmack kann man noch etwas Räuchertofu zum Beispiel mit reinbröckeln.

Ich würde aber nicht empfehlen, zu häufig zu Fleisch-Ersatzprodukten wie zum Beispiel veganem Schnitzel zu greifen. Gesundheitlich ist das nicht so sinnvoll, da stark verarbeitet. Auch ein Porridge geht eigentlich immer, da kann man ganz viele verschiedene Variationen aus Nüssen oder Früchten machen und eben nur die tierische Milch durch einen Pflanzendrink ersetzen.

TAG24: Was versteht man unter einem "Veganuar"?

Hunger: Hinter dem "Veganuar" steckt die Idee, dass man als Neujahrsvorsatz einen Monat lang probiert, wie es ist, vegan zu essen. Radikale Veränderungen fallen uns oft nicht leicht, denn wir Menschen wollen unsere lieben Gewohnheiten nicht einfach ablegen. Deswegen sollte man die Hürde möglichst gering setzen und sich zum Beispiel vornehmen, erst mal nur einen Monat auf tierische Produkte zu verzichten oder auch nur, dass man nur noch einmal die Woche Fleisch ist.

Beim Veganuar geht es auch nicht darum, dass nun alle Veganer werden, sondern dass man feststellt, dass man auch ohne tierische Produkte lecker kochen kann. Dass man wortwörtlich einmal über den Tellerrand guckt.

Wer sich bezüglich seiner veganen Ernährungsvorsätze beraten lassen möchte, dem empfiehlt sich ein Blick auf Moniques Website.

Vegane Restaurants und Imbisse in Leipzig

Dass die vegane Ernährung nicht nur aus Gräsern und Kräutern besteht, beweisen einige leckere Restaurants in Leipzig. Wer sich also für seine ersten Erfolge belohnen möchte, der ist hier genau richtig:

  • Vegan Express in der Bornaischen Straße 7: Leckere asiatische Köstlichkeiten wie knusprige Ente, Udon-Nudeln mit Shrimps oder gebratene Nudeln mit Hühnchen ohne Fleisch
  • Atacolypse in der Wolfgang-Heinze-Straße 29 : Authentischer Imbiss mit veganen Tacos, Burritos, Nachos und allem, was der Hunger nach mexikanischem Essen verlangt
  • Tito Pizzeria in der Hedwigstraße 6: Hier bekommt Ihr Steinofen-Pizza mit Belag aller Art - natürlich ohne tierische Produkte
  • Symbiose auf der Karl-Liebknecht-Straße 112: Egal ob Linsenbraten, Quiche oder Burger: Alle Zutaten in der Symbiose sind bio und vegan!
Guten Appetit!

Titelfoto: Marco Kitzing/ Kitzing pix

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