Ostdeutscher Weinproduzent: So sind die Aussichten für den Jahrgang 2022

Freyburg - Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut blickt derzeit optimistisch auf den Jahrgang 2022.

Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut ist der nach eigenen Angaben größte ostdeutsche Weinproduzent.
Die Winzervereinigung Freyburg-Unstrut ist der nach eigenen Angaben größte ostdeutsche Weinproduzent.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

"Sowohl Sonne als auch Regen haben bislang für ein "normales" Rebenwachstum gesorgt", teilte der nach eigenen Angaben größte ostdeutsche Weinproduzent am Samstag mit. Es habe keine Frühjahrsfröste und Hagelüberraschungen gegeben.

Nach derzeitigem Stand könne Mitte September mit der Lese begonnen werden, die Lesemenge sollte dann wieder deutlich über der Zwei-Millionenmarke liegen.

Im vergangenen Jahr habe der Absatz bei 1,75 Millionen Litern Wein gelegen und damit ein Drittel unter dem Vorjahresergebnis von 2,65 Millionen Litern. "Die heißen und staubtrockenen Jahrgänge 2020 und 2021 mit ihren Kleinst-Ernten trüben damit die Jahresbilanz deutlich ein", erklärte Geschäftsführer Hans Albrecht Zieger.

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Allerdings hätten der Direktverkauf über die genossenschaftseigene Weingalerie und der Onlinehandel zugelegt. Es seien auch höhere Preise erzielt worden. Die Umsätze sei um ein Viertel zurückgegangen und damit geringer als die Erntemenge.

Nachwuchs-Probleme bei Kleinstwinzern

Ein Problem der Winzer ist der Personalmangel. Vor allem die Kleinstwinzer mit geringen Flächen fänden im Familienkreis immer weniger Nachwuchs, der die aufwendigen körperlichen Tätigkeiten übernehme. Die "Mini-Weinberge" würden dann meist aufgegeben.

Beispiele dafür gebe es in Höhnstedt und Steigra (beide Saalekreis). Da auf der anderen Seite zusätzliche Rebrechte von größeren Traubenproduzenten genutzt würden, könnten derzeit die Flächenverluste in der Genossenschaftsbilanz abgefedert werden. Allerdings hätten auch die größeren Traubenerzeuger personelle Probleme. Ein Generationenwechsel stehe an.

Die Genossenschaft gibt ihre Rebfläche mit rund 380 Hektar an, etwa 360 Winzer arbeiteten der Gemeinschaft zu.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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