"Non Bathing"-Trend der Stars: Ist tägliches Duschen jetzt out?

Berlin - Es scheint der letzte Schrei in diesem Jahr zu sein: Viele Stars verzichten auf das tägliche Abbrausen! Wer es seltener mache oder sogar gar nicht mehr, schone die natürliche Schutzbarriere der Haut und tue ihr Gutes - und spare auch viel Wasser, so die These.

Hollywood-Stars wie Mila Kunis (o.), Brad Pitt und Jennifer Aniston (u.) gaben bereits zu, sich nicht mehr so häufig zu duschen.
Hollywood-Stars wie Mila Kunis (o.), Brad Pitt und Jennifer Aniston (u.) gaben bereits zu, sich nicht mehr so häufig zu duschen.  © Fotomontage: dpa/Wort & Bild Verlag dpa/Jordan Strauss dpa/Richard Shotwell dpa/Ian West

Stars aus den USA geben sich als Vorreiter. Jetzt ist auch auf Deutsch ein Buch des amerikanischen Arztes und Autoren James Hamblin (39) erschienen, der das selbst getestet hat: "Natürlich waschen! Was unsere Haut wirklich gesund hält".

Hinzu kommt die Entwicklung in der Corona-Krise. In den vergangenen zwei Jahren mit ihren Lockdowns haben viele weniger geduscht. "Die Anlässe zum Stylen fielen bei Millionen Menschen einfach weg", sagt die Analystin Yvonne Hornung vom Marktforschungsunternehmen Nielsen.

Im Homeoffice gingen viele lockerer mit dem Styling um. Auch Ausgehen oder Sport fiel aus. Inzwischen habe sich der Markt für Duschgels und Shampoo erholt, sei aber noch nicht wieder auf dem Vor-Corona-Niveau.

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Der Trend "Non Bathing" (Nicht-Baden) oder auch "Cleansing Reduction" (Reinigungsreduktion) ist in Hollywood eine Art Hype: Stars wie Kristen Bell, Brad Pitt und Jake Gyllenhaal haben sich schon dazu bekannt. Jennifer Aniston, Julia Roberts und Charlize Theron sagten in Interviews, sie duschten nur einmal die Woche, um Wasser zu sparen.

Mila Kunis sagte in einem Spotify-Podcast: "Ich wasche meinen Körper nicht jeden Tag." Sie reinige nur Achseln, Brüste, Füße und Intimbereich. Duschen sei überbewertet.

Ihr Partner Ashton Kutcher pflichtete ihr bei. Er nehme ein Stück Seife für Achseln und Schritt.

Experten raten vom täglichen Duschen ab

Gut 15 Milliarden Euro werden in Deutschland jedes Jahr für Körperpflegeprodukte ausgegeben, wie der Münchner Verlag Kunstmann schreibt, der den Bestseller "Clean: The New Science of Skin" von Hamblin übersetzen ließ und in Deutschland herausgebracht hat.

Hamblin sagte dem "Süddeutsche Zeitung Magazin" kürzlich, die Seifenindustrie habe die öffentliche Gesundheit stark verbessert. "Es lief nur irgendwann aus dem Ruder."

Wer das tägliche Duschen aufgebe, rieche erst mal stärker und denke dann oft, noch mehr waschen sei die Lösung, sagte Hamblin. Diesen Kreislauf könne man durchbrechen. "Nach einer Weile ohne Eingriffe entsteht ein neues Gleichgewicht auf der Haut und in den Haaren."

Die Hautärztin Marion Moers-Carpi aus München begrüßt die Thesen: "Wir muten unseren Körpern sehr viel zu. Viele waschen sich zu viel, zu heiß und zu lang." Zwanzig Minuten jeden Tag unter der warmen Dusche seien unnötig und überhaupt nicht gut.

Moers-Carpi sagt wie Hamblin, mit täglichem Schrubben entferne man jene Öle von der Haut, die die Drüsen produzieren, um die Haut zu schützen.

Zu guter Letzt gibt die Münchner Hautärztin zu bedenken: "Fragen Sie mal Ihre Großeltern, wie oft die sich gewaschen haben. Früher war meistens nur einmal Baden in der Woche angesagt. Und das waren auch nicht alles Stinkemenschen."

Titelfoto: Fotomontage: dpa/Wort & Bild Verlag dpa/Jordan Strauss dpa/Richard Shotwell dpa/Ian West

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