Grüne fordern Abbruch-Stopp am Tagebau Garzweiler

Köln - Die Grünen im nordrhein-westfälischen Landtag fordern einen Abbruch-Stopp am Braunkohletagebau Garzweiler.

Ein Braunkohle-Bagger am Tagebau Garzweiler.
Ein Braunkohle-Bagger am Tagebau Garzweiler.  © Federico Gambarini/dpa

"Wir brauchen dringend ein Moratorium, damit RWE nicht weiter Fakten schaffen kann", sagte Fraktionschefin Monika Düker (57) am Dienstag in Düsseldorf

Die Abrissgenehmigungen müssten ausgesetzt werden, bis eine höchstrichterliche Entscheidung zu den Enteignungen geben. 

Nach den Planungen des Energiekonzerns RWE sollen noch fünf Dörfer am Tagebau weichen.

Die Grünen, Umweltverbände und Anwohner bezweifeln die energiepolitische Notwendigkeit der Umsiedlungen. 

Ein unabhängiges Gutachten müsse klären, wie viel Kohle aus Garzweiler noch gebraucht werde, sagte Düker. "Wir brauchen dringend Sicherheit, ob die fünf Dörfer abgebaggert werden müssen oder nicht", sagte Düker. 

Am Donnerstag wird der Landtag über einen Antrag der Grünen mit diesen Forderungen diskutieren. Am kommenden Sonntag wollen Braunkohlegegner am Tagebau demonstrieren.

RWE verweist auf Kohleausstieg-Gesetz

Düker und der Fraktionsvize der Grünen im Bundestag, Oliver Krischer (51), warfen der Landesregierung vor, die nach den Entscheidungen zum Kohleausstieg notwendige neue Leitentscheidung für das rheinische Revier zu verschleppen. 

Deshalb drohe in Garzweiler eine Entwicklung wie am Tagebau Hambach. Dort sei der Ort Merzenich-Morschenich durch RWE zerstört worden, obwohl früh klar gewesen sei, dass er bei einem Erhalt des Hambacher Waldes vom Tagebau verschont bleiben werde. Das dürfe sich in Garzweiler nicht wiederholen.

NRW-Wirtschaftsminister Andreas Pinkwart (60, FDP) hatte angekündigt, die Leitentscheidung solle bis zum Jahresende beschlossen werden. 

RWE verweist auf das Gesetz über den Kohleausstieg, in dem die energiepolitische und energiewirtschaftliche Notwendigkeit des Tagebaus Garzweiler in den 2016 festgelegten Grenzen bestätigt wurde. Gegen diese Passage im Gesetz werde es Klagen geben, sagte Krischer.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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