Hambacher Forst: Knapp 100 Hütten von Besetzern gebaut!

Aachen/Niederzier/Köln - Im Hambacher Forst am Tagebau Hambach bauen die Besetzer weiter: Die Zahl der Bauten und Konstruktionen am Boden und in den Bäumen ist nach Polizeiangaben mittlerweile auf knapp 100 gestiegen.

Ein Braunkohlebagger steht im Tagebau Hambach (Luftaufnahme mit einer Drohne). Im Vordergrund ist der Hambacher Wald zu sehen.
Ein Braunkohlebagger steht im Tagebau Hambach (Luftaufnahme mit einer Drohne). Im Vordergrund ist der Hambacher Wald zu sehen.  © Henning Kaiser/dpa

Demnach gibt es einfache Konstruktionen aus Paletten und Planen. Es gebe aber auch zum Teil mehrstöckige Hütten, die massiv ausgebaut wurden.

Vereinzelt seien das richtige Häuser mit Fenstern, Dächern und Solartechnik, sagte ein Polizeisprecher. Auch die Verbindungen zwischen den Baumhäusern seien mit Seilen noch mal verbessert worden.

Die Zahl der Waldbesetzer bewege sich stark schwankend um die 100. Sie kämen aus einem breiteren politischen Spektrum, unter anderem aus der anarchistischen und aus der Umweltszene.

Der Wald am Tagebau Hambach zwischen Köln und Aachen sollte ursprünglich für den fortschreitenden Tagebau abgeholzt werden. 

In der breiten gesellschaftlichen Auseinandersetzung darum wurde der Wald zum Sinnbild für den Konflikt um den Kohleausstieg in Deutschland. 

Nach der Bund-Länder-Einigung zum Kohleausstieg soll der Wald jetzt erhalten bleiben.

Hambacher Forst: Hütten im Wald verboten

NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (CDU) sagte zu der Bautätigkeit in dem Wald, per kommunaler Allgemeinverfügung sei es verboten, in dem Waldgebiet neue bauliche Anlagen - etwa Baumhäuser, Plattformen, Zelte oder Barrikaden - zu errichten. Das sei für jeden bindend.

Die umstrittene Räumung des Hambacher Forsts hatte im Herbst 2018 zu einem der größten Polizeieinsätze des Bundeslandes geführt. 86 Baumhäuser wurden geräumt und zerstört. 

Innenminister Herbert Reul (CDU) argumentierte, es dürften keine rechtsfreien Räume zugelassen werden, auch nicht im Hambacher Forst mit den illegal errichteten Bauten.

Titelfoto: Henning Kaiser/dpa

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