Nach Flut: Online-Anträge für Wiederaufbau ab sofort freigeschaltet

Bonn - Der Wiederaufbau in den Hochwassergebieten von Nordrhein-Westfalen wird Jahre dauern. Dafür wurden jetzt die Online-Anträge freigeschaltet, die über das Förderportal der Landesregierung laufen.

Die Flut hinterließ wie hier in Erftstadt beträchtliche und bleibende Schäden.
Die Flut hinterließ wie hier in Erftstadt beträchtliche und bleibende Schäden.  © Federico Gambarini/dpa

Neben kommunalen Trägern können auch nichtkommunale Träger von Bildungs-, Kultur-, Sport- und sonstigen Infrastruktureinrichtungen bis zum 30. Juni 2023 Anträge über das Online-Förderportal der Landesregierung stellen.

Das kündigte NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach (45, CDU) am Mittwoch in Düsseldorf an.

Förderungen können in der Regel bis zu 80 Prozent der Schadenssumme betragen, in bestimmten Fällen auch bis zu 100 Prozent. Einzelheiten sind in der Förderrichtlinie für den Wiederaufbau geregelt.

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Das Online-Portal ist erreichbar unter der Webadresse https://www.wiederaufbau.nrw/onlineantrag#login.

Auf der Homepage des Bauministeriums gibt es dazu unter anderem Anleitungen in acht Sprachen, Leitfäden auch für Unternehmen und Privatleute sowie eine Liste von Sachverständigen für Schadensbegutachtungen.

Für Schäden am Inventar förderfähiger Vereine wird laut Ministerium eine Pauschale in Höhe von bis zu 15.000 Euro gewährt.

In Nordrhein-Westfalen stehen 12,3 Milliarden Euro für Wiederaufbau zur Verfügung

Insgesamt stehen für den Wiederaufbau in NRW 12,3 Milliarden Euro aus dem Aufbaufonds 2021 bereit. Privathaushalte und Unternehmen können daraus bereits seit dem 17. September Hilfen über ein Online-Förderverfahren beantragen. Nach Angaben der Ministerin haben bislang bereits rund 5500 Privathaushalte und Unternehmen der Wohnungswirtschaft in NRW Anträge gestellt. Seit dem 1. Oktober würden auch schon Bewilligungen ausgesprochen. Insgesamt hätten sich bislang rund 15.800 Betroffene im System registriert.

Unwetter mit ungewöhnlich starken Regenfällen hatten Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen eine Hochwasserkatastrophe ausgelöst. Allein in Nordrhein-Westfalen starben 49 Menschen. Ganze Landstriche wurden von den Wassermassen verwüstet.

Nach ersten Schätzungen entstanden in NRW Schäden in Höhe von etwa 13 Milliarden Euro. Rund 180 Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen waren und sind von den Folgen betroffen.

Titelfoto: Federico Gambarini/dpa

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