Hilfe nach Hochwasser-Drama: Brandenburg schickt mehr als 300 Einsatzkräfte

Beelitz (Potsdam-Mittelmark) - Brandenburg schickt mehr als 300 Einsatzkräfte für den Katastrophenschutz zur Hilfe in die Hochwassergebiete.

Im rheinland-pfälzischen Marienthal laufen die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser. Brandenburg entsendet am Mittwoch mehr als 300 Einsatzkräfte in die betroffenen Gebiete.
Im rheinland-pfälzischen Marienthal laufen die Aufräumarbeiten nach dem Hochwasser. Brandenburg entsendet am Mittwoch mehr als 300 Einsatzkräfte in die betroffenen Gebiete.  © Thomas Frey/dpa

Sie seien unterwegs zum Nürburgring, um von dort aus in den kommenden Tagen die Kräfte bei der Bewältigung der Flutkatastrophe zu unterstützen, teilte das Innenministerium am Mittwoch in Potsdam mit.

"Deutschland steht zusammen und auch Brandenburg hilft den Flutopfern, wo es nur geht", sagte Innenminister Michael Stübgen (61, CDU). Brandenburg habe den betroffenen Bundesländern in der vergangenen Woche Hilfsangebote gemacht und schicke nun ein erstes größeres Kontingent nach Rheinland-Pfalz.

Darunter sind zwei medizinische Einsatzgruppen mit rund 200 Kräften und mehr als 50 Fahrzeugen, die am Sonntag starten.

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Sie kämen aus den Kreisen Teltow-Fläming, Potsdam-Mittelmark, Spree-Neiße, Elbe-Elster, Dahme-Spreewald und den Städten Brandenburg/Havel und Cottbus.

Am späten Mittwochnachmittag sollten 125 Feuerwehrleute ins Hochwassergebiet verlegt werden

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) hatte den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am vergangenen Donnerstag weitere Hilfe angeboten.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) hatte den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz am vergangenen Donnerstag weitere Hilfe angeboten.  © Bernd Settnik/dpa-Zentralbild/dpa

Zu ihren Aufgaben gehörten die Einsatzführung sowie die Behandlung und der Transport von Patienten.

Am späten Mittwochnachmittag sollten 125 Feuerwehrleute von Beelitz-Heilstätten in das Einsatzgebiet im Westen Deutschlands verlegt werden.

Sie sollen bei der Rettung und Bergung von Menschen, bei der Förderung von Wasser, der Erzeugung von Strom und der Beleuchtung helfen.

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Brandenburg hatte in der vergangenen Woche einen Spezialhubschrauber nach Rheinland-Pfalz geschickt, der mit einer speziellen Seilwinde zur Bergung und Rettung ausgerüstet ist.

Ministerpräsident Dietmar Woidke (59, SPD) hatte den Ländern Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz weitere Hilfe angeboten.

Update, 18.45 Uhr: Berlin schickt Aggregate aus Corona-Krankenhaus in Hochwassergebiet

Berlin greift einem stark von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen unter die Arme: Mehrere Aggregate zur Druckluft- und Sauerstoffversorgung aus dem Corona-Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände werden auf den Weg nach Eschweiler geschickt, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Sie sollen im dortigen St. Antonius Hospital zum Einsatz kommen, dessen Untergeschosse überflutet und schwer beschädigt wurden.

Den Transport der Gerätschaften übernimmt den Angaben zufolge die Herstellerfirma Dräger. In drei bis fünf Tagen sollen sie im Hochwassergebiet ankommen. Das Hospital in Eschweiler bei Aachen war wegen der Fluten evakuiert worden, soll aber in absehbarer Zeit seine Arbeit wieder aufnehmen. Die Aggregate können das komplette Krankenhaus mit Druckluft und Sauerstoff versorgen.

"Wir haben was, das St. Antonius Hospital in Eschweiler in der Not braucht", sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (54, SPD) der Deutschen Presse-Agentur. "Jetzt ist schnelle und unkomplizierte Unterstützung angesagt." Denn von der Flutkatastrophe seien auch Krankenhäuser betroffen. "Das Corona-Reservekrankenhaus steht bereit. Wir stellen grundsätzlich alles zur Verfügung, was in der Not gebraucht werden kann, um den Menschen im Hochwasserkatastrophengebiet zu helfen."

Titelfoto: Thomas Frey/dpa

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