So reparieren Bundeswehr und Helfer die riesige Abbruchkante nach dem Hochwasser

Erftstadt-Blessem/Köln/NRW - Die Bilder der Abbruchkante an der Kiesgrube in Erfststadt-Blessem gingen nach der Hochwasser-Katastrophe um die Welt. Inzwischen kümmern sich Helfer um die riesige Abbruchkante, versuchen die Erft mit einem Damm wieder in alte Bahnen zu lenken.

Die Bundeswehr und viele Helfer von THW und Feuerwehr sind an der Kiesgrube in Erftstaft-Blessem im Einsatz.
Die Bundeswehr und viele Helfer von THW und Feuerwehr sind an der Kiesgrube in Erftstaft-Blessem im Einsatz.  © Feuerwehr Köln

"Seit Freitag arbeiten Bundeswehr, Feuerwehr, THW und DLRG mit einem Großaufgebot an Kräften, Technik und Material daran, den Durchbruch der Erft in die Kiesgrube Erftstadt-Blessem mit einem provisorischen Damm zu schließen", beschreibt ein Sprecher der Feuerwehr Köln die Mammutaufgabe.

Als die Erft bei dem Hochwasser in die Kiesgrube floss, ergossen sich gewaltige Wassermassen in das riesige Loch. Der Fluss hatte sein natürliches Flussbett verlassen und den Weg in die Kiesgrube gewählt.

Zeitweise fiel das folgende Flussbett der Erft sogar trocken. Die Kiesgrube wurde zu einem großen Auffangbecken. Am Rand wurden Häuser zerstört, Straßen weggerissen, die Kanalisation weggespült.

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Jetzt arbeiten die Katastrophenschützer an der provisorischen Reparatur. Dabei ist schweres Gerät im Einsatz.

"Die Bundeswehr bringt dafür mit Hubschraubern sogenannte Big Packs mit Kies und setzt sie in die Bruchstätte. Gleichzeitig pumpt die Feuerwehr das Wasser in das mehrere Meter höher gelegene Flussbett zurück, das seit dem Durchbruch trocken lag", so ein Sprecher.

Ein Transporthubschrauber CH-53 der Bundeswehr nimmt am vergangenen Donnerstag sogenannte Big-Bags auf, um sie in den Ortsteil Blessem zu fliegen. Die mit Kies befüllten Plastiksäcke sollen in die Erft gesetzt werden, um dort das Wasser anzustauen.
Ein Transporthubschrauber CH-53 der Bundeswehr nimmt am vergangenen Donnerstag sogenannte Big-Bags auf, um sie in den Ortsteil Blessem zu fliegen. Die mit Kies befüllten Plastiksäcke sollen in die Erft gesetzt werden, um dort das Wasser anzustauen.  © Marius Becker/dpa

Bundeswehr fliegt Big Packs mit Transporthubschrauber CH-53

Helfer vom DLRG werden Sandsäcke.
Helfer vom DLRG werden Sandsäcke.  © Feuerwehr Köln

Auch die Kölner Kameraden der Feuerwehr haben einen Einsatzabschnitt übernommen. "Seit Freitag sind täglich rund zehn Kölner Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr und der Berufsfeuerwehr vor Ort."

Die Bundeswehr setzt mit dem Transporthubschrauber CH-53 Stück für Stück eine Mauer zusammen, die die Erft wieder in das alte Bett leiten soll.

Der Rhein-Erft-Kreis hatte zuletzt den Katastrophenfall eine Woche nach dem verheerenden Hochwasser aufgehoben.

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"Es grenzt an ein Wunder, dass wir bis heute keine Vermissten und Toten zu vermelden haben", sagte Landrat Frank Rock (50, CDU) zu der Katastrophe in seinem Kreis.

Laut Angaben der Bundeswehr sind mit Stand von Montag 700 Soldaten in Nordrhein-Westfalen im Einsatz. In Rheinland-Pfalz helfen 1200 Soldaten der Bundeswehr in der Katastrophe.

Titelfoto: Feuerwehr Köln

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