FCB-Spende sei "lächerlich": Privatier spendet eine Million und fordert Bayern München heraus

München/Münster - Ein Privatier aus Münster in Nordrhein-Westfalen fordert seinen Lieblingsverein heraus. Denn was der FC Bayern München in seinen Augen für die Flutopfer gespendet hat, sei "lächerlich".

Bayern-Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn (52) kündigte bereits an, dass weitere Maßnahmen zur Unterstützung geplant seien. (Archiv)
Bayern-Vorstandsvorsitzender Oliver Kahn (52) kündigte bereits an, dass weitere Maßnahmen zur Unterstützung geplant seien. (Archiv)  © Rolf Vennenbernd/dpa

Horst Eschler (82) hatte seiner Frau vor einigen Jahren ein Versprechen gegeben, bevor sie starb: Einen großen Teil des Vermögens für Kinder und Tiere zu spenden.

In diesem Jahr habe er bereits 1,5 Millionen Euro an einen Allwetterzoo und für schwerkranke Frühchen gespendet.

Jetzt kam die Flutkatastrophe - und Eschler griff erneut zum Portemonnaie. Im Biergarten habe er sich zuvor noch mit Freunden über eine passende Summe unterhalten, berichtet der gebürtige Berliner gegenüber dem Radiosender Antenne Münster, der für die Unwetterhilfe der Spenden-Aktion "Lichtblicke" das Geld mitverwaltet.

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Die Summe, auf die er sich mit seinen Bekannten geeinigt hat: Eine Million Euro. Ein Betrag, der vor allem Familien mit Kindern zugutekommen soll, die vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, so wünscht es Eschler.

Doch der Philanthrop hat noch mehr vor. Er fordert seinen Lieblingsverein heraus: "Spendet auch eine Million, um ich leg nochmal 200.000 Euro drauf."

Diese Wohltat-Challenge richtet sich an niemand geringeren als den FC Bayern München.

Dieser hatte zwar bereits 100.000 Euro gespendet, doch das ist in den Augen des 82-Jährigen "ein bisschen lächerlich".

82-Jähriger hofft auf mehr Hochwasser-Spenden vom FC Bayern München: "Seid nicht geizig!"

Viele Familien stehen nach dem Hochwasser-Desaster vor den Trümmern ihrer Existenz.
Viele Familien stehen nach dem Hochwasser-Desaster vor den Trümmern ihrer Existenz.  © Marius Becker/dpa

Als langjähriger Fan will er die Bayern in dieser speziellen Situation noch einmal an der Ehre packen: "Seid nicht geizig! Das weiß ich, dass ihr das nicht seid, ihr spendet sehr viel."

Doch in diesem Fall muss mehr möglich sein, ist sich der Senior mit den großzügig geschnittenen Spendierhosen sicher. In den sozialen Netzwerken wird der Mann bereits seit seiner Millionen-Spende gefeiert.

Manche fordern die Ehrenbürgerschaft, andere sind sich sicher, dass seine Frau stolz vom Himmel auf ihn herabblickt: "Mein größter Wunsch wäre natürlich gewesen, wenn sie dabei sein würde", gesteht Horst Eschler.

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Vielleicht ist sie das ja auch - auf ihre Art. Und vielleicht wird sie dann auch noch Zeuge, wie der FC Bayern München die Herausforderung ihres Mannes annimmt.

Der deutsche Fußball-Rekordmeister hat sich bisher noch nicht zu einer Reaktion hinreißen lassen. Aber das hat an der Säbener Straße bekanntlich nichts zu sagen. Man darf positiv gespannt bleiben.

Denn Oliver Kahn (52), Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, kündigte bereits vor knapp einer Woche an: "Diese Spende soll nur ein erster Schritt sein, der FC Bayern plant weitere Maßnahmen zur Unterstützung."

Titelfoto: Rolf Vennenbernd/dpa

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