Als Rache für deutsche Waffenlieferungen? Putin-Fans legen Behördenseiten lahm

Deutschland - Auch hierzulande nimmt der Cyberkrieg immer konkretere Formen an. Eine Gruppe namens "Killnet" hat die Internetauftritte mehrerer Behörden lahmgelegt.

Schon kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs machte "Killnet" auf sich aufmerksam.
Schon kurz nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs machte "Killnet" auf sich aufmerksam.  © Screenshot Telegram

Unter anderen "bundeswehr.de" und "bmvg.de" waren vorübergehend nicht aufrufbar, berichtet der Spiegel unter Bezugnahme auf einen internen Behördenbericht.

Im Messenger-Dienst Telegram bekannte sich eine Hacker-Gruppe namens "Killnet" zu den Angriffen.

Die Hacktivisten machten erstmals Anfang März auf sich aufmerksam, als ein Sprecher mit verzerrter Stimme den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (44) für den Krieg verantwortlich machte.

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Schlimmere Auswirkungen hatten die jüngsten Angriffe aber offenbar nicht. Dem Bericht zufolge handelte es sich lediglich um Ddos-Attacken, bei denen Server gezielt mit zu vielen Anfragen bombardiert werden, sodass das System unter der Last zusammenbricht.

Ein Bundestagssprecher sprach von einem "erfolglosen Angriffsversuch", die Bundespolizei von einer "kurzzeitigen Störung ohne wesentliche Auswirkungen".

Die Behörden und Ministerien gehen davon aus, dass die Ddos-Attacken als Racheaktion für die deutschen Waffenlieferungen an die Ukraine zu verstehen sind.

Die Hacktivisten von "Killnet" planten ihre Angriffe auf deutsche Internetseiten wohl als Vergeltung für Waffenlieferungen. (Symbolbild)
Die Hacktivisten von "Killnet" planten ihre Angriffe auf deutsche Internetseiten wohl als Vergeltung für Waffenlieferungen. (Symbolbild)  © wbraga/123RF

"Killnet" bietet auf dem eigenen Telegram-Kanal "virtuelle Dienstleistungen" an, zu denen auch besagte Ddos-Attacken gehören. Die Preise bewegen sich dabei je nach gewünschter Wirkung zwischen 50 und 3000 US-Dollar.

Titelfoto: wbraga/123RF

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