Verbraucherzentrale: Über diesen Mobilfunkanbieter beschweren sich die meisten Kunden

Deutschland - Jedes Jahr gehen Tausende Beschwerden über untergeschobene und überteuerte Handy- oder Internetverträge bei der Verbraucherzentrale ein. Dabei zieht vor allem ein Anbieter den Unmut seiner Kunden auf sich.

Vodafone ist mit all seinen Marken zwar der zweitgrößte Anbieter in Deutschland für Internet und Festnetz.
Vodafone ist mit all seinen Marken zwar der zweitgrößte Anbieter in Deutschland für Internet und Festnetz.  © picture alliance / Peter Kneffel/dpa

Wie der Bundesverband der Verbraucherzentrale (vzbv) in einem aktuellen Bericht mitteilt, richtet sich ein Großteil der Beschwerden gegen den Telekommunikationsriesen Vodafone.

Das ergab eine Auswertung aller Verbraucherbeschwerden im Jahr 2020.

"Vodafone führt im Telekommunikationsbereich die Beschwerderangfolge mit einem Abstand an, der in keinem Verhältnis zur Marktgröße steht", erklärte Carola Elbrecht, Referentin für Marktbeobachtung beim vzbv.

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Denn: Vodafone ist mit all seinen Marken zwar der zweitgrößte Anbieter in Deutschland für Breitband und Festnetz. Gleichzeitig haben aber auch 66 Prozent der Internetkunden etwas zu beanstanden.

Auch bei Handy-Verträgen kommt das Unternehmen nicht gut weg: Hier ist Vodafone der drittgrößte Anbieter nach Telefónica und Telekom, bekommt aber ein Drittel der Beschwerden ab.

Vor allem die Vertriebsmethoden kommen gar nicht gut an: Aufdringliche Werbung bis an die Haustür, unerwünschte Werbeanrufe und untergeschobene Verträge verärgert die Verbraucher.

Das sagt Vodafone zu den Vorwürfen

Viele Vodafone-Kunden beschweren sich über aufdringliche Werbung und schlechte Verträge.
Viele Vodafone-Kunden beschweren sich über aufdringliche Werbung und schlechte Verträge.  © 123rf/Leung Cho Pan

"Manche Verbraucher schildern uns, wie sie resignieren, weil sie mehrfach versucht haben, sich beispielsweise gegen untergeschobene Verträge durch Vodafone zur Wehr zu setzen. Aus einzelnen Verbraucherbeschwerden wird deutlich, wie problematisch es sein kann, die Rechte gegenüber Vodafone durchzusetzen", so Elbrecht.

Und was sagt Vodafone selbst zu den Vorwürfen?

Gegenüber heise.de spielt ein Sprecher des Unternehmens die Zahlen herunter: Bei mehr als 45 Millionen Kunden liege die Anzahl der Beschwerden "weit unterhalb des homöopathischen Promillebereichs".

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Man sei darum bemüht, Unstimmigkeiten im direkten Dialog mit den Kunden zu klären.

Gleichzeitig räumt er aber auch ein, dass es Probleme mit einigen Vertriebspartnern gibt, die auf Provisionen aus sind oder Verträge abschließen, um "teure Smartphones für sich zur Seite zu schaffen".

Um das zu unterbinden, setzte Vodafone beispielsweise auf stichprobenartige Zufriedenheitsanrufe bei Neukunden oder Plausibilitätsprüfungen von Verträgen.

Titelfoto: 123rf/Leung Cho Pan

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