Aus Kriegsmunition: Friedensglocke für Jerusalem wandert durch mehrere Bundesländer

Altenburg - Friedensaktivisten aus Deutschland wollen 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs eine aus verschrotteter Kriegsmunition gegossene Glocke nach Jerusalem in Israel bringen - per Pferdetreck.

Das Ziel der Friedensglocke wird Jerusalem in Israel. Bis dahin wandert die Glocke aus verschrotteter Kriegsmunition unter anderem durch vier Bundesländer in Deutschland.
Das Ziel der Friedensglocke wird Jerusalem in Israel. Bis dahin wandert die Glocke aus verschrotteter Kriegsmunition unter anderem durch vier Bundesländer in Deutschland.  © Screenshot/Facebook/Stadt Arnstadt

Um auf die Aktion aufmerksam zu machen, starteten am heutigen Freitag in Altenburg in Thüringen neun Pferdegespanne zu einem Treck durch vier Bundesländer.

Bis zu 20 Kutschen mit Pferden vom Shetlandpony bis zum schweren Kaltblut fahren in den nächsten drei Wochen durch Thüringen, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen, wie der evangelische Pfarrer Hartmut Kautz vom brandenburgischen Verein Friedensglocke sagte.

Ziel ist am 27. August der ostwestfälische Ort Wendlinghausen.

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Die Teilnehmer bringen kleine, 20 Zentimeter hohe Glocken in die jeweiligen Etappenorte auf der rund 360 Kilometer langen Strecke. Die eigentliche Friedensglocke für Jerusalem sei schon im vergangenen Jahr gegossen worden, sagte Kautz.

Dafür seien auch verschrottete Patronen- und Granatenhülsen mit eingeschmolzen worden - getreu dem Bibelwort "Schwerter zu Pflugscharen". Dieses ist seit vielen Jahren ein Motto von Teilen der Friedensbewegung.

Als Start des Pferdetrecks von Deutschland nach Jerusalem hat der Verein den 8. Mai 2025 - den 80. Jahrestag der Kapitulation Hitler-Deutschlands im Zweiten Weltkrieg - ins Auge gefasst.

Wunsch des Vereins ist es, mit der Glocke am Heiligabend 2025 in Bethlehem und einen Tag später in Jerusalem einzutreffen, wenn es dann die politische Lage im immer wieder krisen- und kriegsgeschüttelten Nahen Osten zulässt.

Erste Kontakte zu Organisatoren des deutsch-israelischen Jugendaustauschs sind Kautz zufolge bereits geknüpft. "Was wir brauchen, ist vor allem die Unterstützung aus der Politik, um unsere Vision zu verwirklichen", erklärte Kautz.

Titelfoto: Screenshot/Facebook/Stadt Arnstadt

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