Nach Anschlag in Tel Aviv mit Toten und Verletzten: Terrorist erschossen

Tel Aviv - Der Terrorist, der am Donnerstagabend gegen 21 Uhr in der belebten Dizengoff-Straße in Tel Aviv zwei Männer (27 und 28) und 15 weitere Personen verletzt hat, wurde bei einem Schusswechsel mit israelischen Sicherheitskräften erschossen.

Verdeckte Ermittler durchsuchten nach dem Terroranschlag im Zentrum von Tel Aviv das betroffene Gebiet.
Verdeckte Ermittler durchsuchten nach dem Terroranschlag im Zentrum von Tel Aviv das betroffene Gebiet.  © Ilia Yefimovich/dpa

Wie die Jerusalem Post berichtet, wurde der Verdächtige als ein Palästinenser (28) aus der Stadt Jenin im Westjordanland identifiziert.

Der Mann wurde zunächst in der Nähe einer Moschee im Stadtviertel Jaffa entdeckt und von Einsatzkräften des israelischen Inlandsgeheimdienstes Schin Bet und der Spezialeinheit Yamam der israelischen Grenzpolizei gefunden und gefangen genommen.

Dabei sei es zu einem Schusswechsel gekommen, bei dem der mutmaßliche Täter getötet wurde.

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Stunden nach dem Angriff in einem beliebten Szeneviertel mit Bars und Restaurants im Zentrum von Tel Aviv war der Schütze noch immer auf freiem Fuß. Laut Behördenangaben hatte er an mehreren Orten auf die Menschen geschossen.

Mindestens tausend Polizisten und Soldaten der Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) durchsuchten anschließend das Gebiet.

Er wurde schließlich am frühen Freitagmorgen nach neunstündiger Suche gefangen genommen und bei einem Feuergefecht mit israelischen Streitkräften getötet.

Terrororganisation Hamas legitimiert den Angriff

Israelische Sicherheitskräfte suchten nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv neun Stunden lang nach dem Schützen.
Israelische Sicherheitskräfte suchten nach dem tödlichen Anschlag in Tel Aviv neun Stunden lang nach dem Schützen.  © Ilia Yefimovich/dpa

Laut Polizei soll der Verdächtige schwarz gekleidet gewesen sein und eine Pistole bei sich getragen haben.

Wie das "Tel Aviv Sourasky Medical Center" mitteilte, befanden sich am Freitagmorgen mindestens vier der Verwundeten in einem kritischen oder ernsten Zustand.

Palästinenser im Westjordanland, im Gazastreifen und im Libanon begrüßten den Terroranschlag und veröffentlichten Videos von Feierlichkeiten in den sozialen Netzwerken.

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Die Terrororganisation Hamas nannte den Angriff eine "natürliche und legitime Reaktion auf die Eskalation der Verbrechen der Besatzung gegen unser Volk, unser Land, Jerusalem und die Al-Aqsa-Moschee" und fügte hinzu, dass sie den "Terrorismus fortsetzen" werde.

Die Bewegung des palästinensischen Islamischen Dschihad reagierte am Donnerstag ebenfalls auf den Angriff und erklärte: "Die Operation in Tel Aviv ist eine klare Botschaft an die Besatzung". Sie warnte vor "mehr Widerstand und Lösegeldoperationen".

Weitere Angriffe während des Fastenmonats Ramadan erwartet

Israelische Sicherheitskräfte inspizieren den Ort des Terroranschlags in der Dizengoff-Straße im Zentrum Tel Avivs.
Israelische Sicherheitskräfte inspizieren den Ort des Terroranschlags in der Dizengoff-Straße im Zentrum Tel Avivs.  © Ilia Yefimovich/dpa

Die Attacke war die jüngste einer Reihe tödlicher Angriffe, die im vergangenen Monat in Beersheba, Hadera und Bnei Brak begannen. Bisher wurden 13 Menschen bei den Anschlägen getötet.

Bei zwei der drei Attentate waren die Angreifer israelische Araber mit Verbindungen zum IS. Bei dem Anschlag vor gut einer Woche war der Attentäter ein Palästinenser.

Der letzte Terrorangriff in der Dizengoff-Straße war 2016. Damals wurden zwei Menschen in einer Bar in der Gegend von einem israelischen Araber getötet und mehrere weitere verletzt.

Außerdem erschossen im Juni 2016 zwei Palästinenser im Sarona-Park im Zentrum Tel Avivs vier Israelis und verletzten mehrere weitere.

Als Reaktion auf die Zunahme von Terroranschlägen in Israel und Schüsse auf IDF-Truppen im Westjordanland wurden die Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Das Land befürchtet weitere Gewaltakte während des muslimischen Fastenmonats Ramadan, der am Samstag begonnen hat.

Nach einer Lagebeurteilung am Freitagmorgen beschlossen die israelischen Sicherheitskräfte, den Übergang nach Jenin im Gilboa-Gebirge bis auf weiteres geschlossen zu halten, berichtet die israelische Tageszeitung Israel Hayom.

Update, 10.12 Uhr: Palästinenserpräsident Abbas verurteilt Anschlag in Tel Aviv

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (87) hat den Anschlag mit zwei Toten in der israelischen Küstenstadt Tel Aviv verurteilt.

"Das Töten von palästinensischen und israelischen Zivilisten führt nur zu einer weiteren Verschlechterung der Situation, während wir Stabilität anstreben, besonders während des heiligen Monats Ramadan und der anstehenden christlichen und jüdischen Feiertage", sagte Abbas nach einer Meldung der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa vom Freitag.

Während Abbas den Angriff offiziell verurteilte, begrüßte ihn seine Fatah-Bewegung und machte Israel für die jüngste Eskalation verantwortlich, heißt es bei "Israel Hayom".

Titelfoto: Ilia Yefimovich/dpa

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