Kinderpornos versendet: Das milde Metzelder-Urteil macht mich fassungslos!

Stuttgart/Düsseldorf - Nun ist es also gefallen, das Kinderporno-Urteil gegen Ex-Fußballer Christoph Metzelder (40). De facto ist er ein freier Mann, nachdem er in seelische Abgründe blicken lassen hat. Das Urteil macht fassungslos, findet TAG24-Redakteur Patrick Hyslop.

Christoph Metzelder (40) sprach am Donnerstag davon, "schwere moralische Schuld" auf sich geladen zu haben. (Archiv)
Christoph Metzelder (40) sprach am Donnerstag davon, "schwere moralische Schuld" auf sich geladen zu haben. (Archiv)  © Oliver Killig/ZB/dpa

Bevor ich auf Metzelder zu sprechen komme, ein kurzer Blick auf die Statistik. Genauer: auf die Zahlen des Bundeskriminalamts (BKA) zum Thema Kinderpornografie.

Unter dem Punkt "Herstellung, Besitz und Verbreitung kinderpornografischen Materials" wird beim BKA schnell ersichtlich: Die Zahlen steigen seit Jahren.

So finden sich in der Rubrik "Zahlen gesamt" im Jahr 2016 noch 5687 Fälle. Der Wert stieg bis 2019 auf 12.262.

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Hinter den Zahlen stecken schreckliche Kinder-Schicksale. Die Schwächsten unserer Gesellschaft sind es, die teils auf brutalste Weise missbraucht werden, um perverse Fantasien zu befriedigen.

Sie sind es, die ihr Leben lang mit den körperlichen und seelischen Folgen leben müssen, die das Erlebte hinterlassen.

Metzelder gestand, Kinderpornos per Handy versandt zu haben. Er sprach von "schwerer moralischer Schuld", die er auf sich geladen habe.

Auch Podolski fehlt "die abschreckende Wirkung" des Urteils

TAG24-Redakteur ist angesichts des milden Urteils fassungslos.
TAG24-Redakteur ist angesichts des milden Urteils fassungslos.  © privat

Es gibt Taten, die schrecklich sind. Das Anfertigen von Kinderpornos zählt dazu. Auch der Besitz. Und das Versenden.

Denn nicht nur wer das Missbrauchswerk anfertigt, macht sich schuldig am Leid der Opfer. Auch wer an anderer Stelle der "Konsumkette" steht, ist Teil davon.

Es gibt Taten, die sind schrecklich. Und es gibt Urteile, die der Jurist verstehen mag, aber nicht der normale Bürger.

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Zehn Monate auf Bewährung. Da bekam früher der ein oder andere GEZ-Verweigerer mehr juristische Härte zu spüren. Metzelder verließ das Gericht als freier Mann. Das Urteil hinterlässt mich fassungslos.

"Ich weiß, welch unsägliches Leid hinter jedem dieser Fotos steckt", so der 40-Jährige. Doch das Leid der Opfer, es interessierte ihn offenbar wenig, wenn er "Extrem-Fantasien" austauschte, in denen es auch "um das Unaussprechliche" ging.

Das Leid der Kinder, die auch für seine Porno-Aufnahmen herhalten mussten, es geht weiter. Die Justiz hätte gestern zeigen können, wie wichtig der Schutz unserer Schwächsten ist. Nicht nur in meinen Augen hat sie das nicht getan.

Fußballer Lukas Podolski (35) sieht das ähnlich. "Da fehlt mir die abschreckende Wirkung. Wer sich gegen Kinder versündigt, muss mit aller möglichen Härte des Gesetzes bestraft werden", sagte er.

Auf Twitter kommentierte er knapper und direkter: "Widerlich!" Dem habe ich nichts hinzuzufügen.

Titelfoto: Oliver Killig/ZB/dpa

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