DFB-Blamage gegen Fußballzwerg: Das war so Deutschland, das war so Jogi

Duisburg - Dumpfer Aufprall nach leichtem Höhenflug! Das 1:2 (0:1) gegen Nordmazedonien im dritten Spiel der WM-Qualifikation war vermeidbar und ist dennoch die Wiederkehr alter Verhaltensmuster. Man ist geneigt zu sagen: Diese Niederlage war so Deutschland, sie war so Jogi.

Joachim Löw (61) war natürlich mit dem Ergebnis unzufrieden. Ein Bild, das für sich spricht.
Joachim Löw (61) war natürlich mit dem Ergebnis unzufrieden. Ein Bild, das für sich spricht.  © Thilo Schmuelgen/Reuters Pool/dpa

"Auf jeden Fall sind wir riesig enttäuscht", so Bundestrainer Joachim Löw (61) nach der Partie bei der Pressekonferenz.

Es spiegelt einerseits das wider, was als Reaktion zu erwarten war und gleicht andererseits dem, was spätestens seit der WM 2018 beinahe in Dauerschleife zu hören ist.

Niederlagen gehören zum Fußball, keine Frage. Und weil ein vermeintlich "Kleiner" auch mal einen "Großen" schlagen kann, ist es der Reiz am Sport.

Und doch: Dieses Spiel offenbart einmal mehr längst bekannte Schwächen - und zeigt auf, dass aus Fehlern nicht gelernt werden möchte.

Der Chancenwucher gegen die Balkanstaatler war bereits gegen Rumänien sichtbar. Vielleicht ein Mix aus Verspielt-, Überheblich-, sowie mangelnder Kaltschnäuzigkeit. Und im Falle von Timo Werner, der in der 80. Spielminute einen Hundertprozentigen liegen ließ, fehlendes Selbstvertrauen.

Auch die Defensiv-Wackler waren gegen die Rumänen schon leicht erkennbar, wenngleich sie nicht genutzt wurden und sich die Viererkette insgesamt dennoch deutlich gefestigter präsentierte, als die Defensive bei den vorangegangenen Länderspiel-Zyklen.

Warum Bundestrainer Joachim Löw allerdings, trotz eigener Aussage auf nichts mehr Rücksicht nehmen zu wollen, dann plötzlich wieder auf eine defensive Dreierkette umstellte, dürfte sein Geheimnis bleiben.

Altbekannte Anfälligkeit mit der Dreierkette, kein Neuner - zumindest keiner, der angerufen wird

Mit einem 1:2 geht es für die DFB-Kicker nun wieder zurück zu den Klubs.
Mit einem 1:2 geht es für die DFB-Kicker nun wieder zurück zu den Klubs.  © Martin Meissner/AP/dpa

Gerade diese Dreierkette war es, welche in der Vergangenheit einfach nicht sattelfest werden wollte.

Auch RTL-Experte Uli Hoeneß (69) merkte dies an.

Hinzu kommt: Wir haben keine Nummer Neun, keinen Killer, keinen der so ein Spiel durch absolute Torjägerqualität in eine Richtung lenkt. Nichts Neues.

Und einen neuen Miroslav Klose kann man sich schließlich nicht backen.

Man könnte allerdings auch mal wieder einen Kevin Volland (28) anrufen und aus Monaco herbestellen.

Doch Jogi bleibt Jogi und das ist auf der einen Seite konsequent und auf der anderen dann auch irgendwie zum Verzweifeln.

Hier die Highlights des WM-Qualifikationsspiels zwischen Deutschland und Nordmazedonien

Und während man sich bis in den gegnerischen Strafraum damit abmühte nochmals und nochmals quer zu legen, sodass böse Zungen behaupten könnten, Toni Kroos sei doch mit von der Partie gewesen, setzte man diese Begegnung letztlich aufgrund der Inkonsequenz irgendwie auch verdient mit 1:2 in den Sand.

So verliert man das letzte Pflichtspiel vor der EM. Aber wir sind ja eigentlich eine Turniermannschaft - so Deutschland eben...

Titelfoto: Thilo Schmuelgen/Reuters Pool/dpa, Martin Meissner/AP/dpa

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