Kleiner Preis, große Frage: Kommentar zur Brotschneidegebühr

Dresden - 20 Cent fürs Brotschneiden - klingt nach einer Kleinigkeit, ist nicht komplett neu. Und dass Dinge teuer werden, überrascht auch niemanden. Dennoch bleibt bei vielen Kunden ein ungutes Gefühl zurück.

Einige Bäckereien in Sachsen erheben eine Servicegebühr fürs Brotschneiden.  © IMAGO/Cavan Images

Natürlich haben Bäcker steigende Kosten. Energie, Personal, Maschinen, Wartung - all das wird teurer. Und anders als die anonymen Backstraßen im Supermarkt leben Handwerksbäcker von Service, Beratung und Qualität.

Dass einzelne Betriebe deshalb anfangen, Leistungen genauer zu kalkulieren, ist nachvollziehbar. Mir geht es gar nicht darum, diese Bäcker schlecht zu reden.

Das Problem ist nur: Viele Menschen merken inzwischen an allen Ecken, dass plötzlich für Dinge extra bezahlt werden soll, die früher selbstverständlich waren.

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Genau deshalb reagieren Kunden bei solchen Gebühren sensibel. Nicht wegen der 10 oder 20 Cent. Sondern wegen des Gefühls dahinter.

Denn wenn selbst das Schneiden eines Brotes zum Zusatzposten wird, stellt sich automatisch die Frage: Wie groß ist der wirtschaftliche Druck inzwischen wirklich? Und was kommt als Nächstes? Für das Bäckerhandwerk ist das ein gefährlicher Balanceakt.

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TAG24-Redakteur Benjamin Schön sieht hinter der Gebühr fürs Brotschneiden ein größeres Problem.  © Holm Helis

Brotschneidegebühr als Warnsignal?

Gerade jetzt, wo Supermärkte mit Billig-Backwaren locken, müssen traditionelle Bäcker eigentlich zeigen, warum sie mehr sind als nur Verkaufsstellen für Brot. Service war dabei immer ein Teil des Versprechens.

Vielleicht sind die 20 Cent also gar nicht die eigentliche Nachricht. Sondern eher ein kleines Warnsignal dafür, wie hart der Kampf ums tägliche Brot inzwischen geworden ist.

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