Kommentar: Flutkatastrophe mit vielen Toten muss Mahnung für uns alle sein

TAG24-Redakteur Florian Gürtler erinnert in seinem Kommentar daran, dass der Klimawandel Extremwetter-Ereignisse wie die katastrophalen Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen immer wahrscheinlicher werden lässt.

Noch als ganz Deutschland am Donnerstag geschockt auf die Nachrichten über Tote und eingestürzte Häuser bei den Flutkatastrophen in Deutschland blickte, kamen bereits Stimmen auf, die einen Zusammenhang zwischen den Tragödien und dem Klimawandel herstellten.

Das Foto zeigt Trümmer in dem Dorf Schuld in Rheinland-Pfalz. Durch die Hochwasser-Katastrophe wurde in dem Ort mindestens sechs Häuser zerstört.
Das Foto zeigt Trümmer in dem Dorf Schuld in Rheinland-Pfalz. Durch die Hochwasser-Katastrophe wurde in dem Ort mindestens sechs Häuser zerstört.  © Thomas Frey/dpa

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace bezeichnete das Extremwetter der letzten Tage mit Starkregen, Hochwasser und Überschwemmungen als Folgen der Klimakrise. Auch Bundesinnenminister Horst Seehofer (72, CSU) sagte wörtlich: "Diese extremen Wetterkapriolen sind die Folgen des Klimawandels."

Viele Klimawissenschaftler würden diesen Behauptungen wahrscheinlich entgegnen, dass zwischen einem einzelnen Wetterereignis und dem langfristigen Klima nur äußerst schwer ein direkter Zusammenhang hergestellt werden kann.

Vermutlich würden diese Wissenschaftler aber hinzufügen, dass die Erwärmung des Klimas eben dazu führt, dass Extremwetter in Deutschland wahrscheinlicher wird.

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Die katastrophalen Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sind Folgen solcher Extremwetter-Ereignisse, die durch ein immer wärmer werdendes Klima immer öfter auch in Deutschland eintreten können.

Zugleich können die Folgen immer gravierender werden, je mehr sich das Klima aufheizt. "Mehr Wolkenbrüche, mehr Hochwasser mit Schäden an Gebäuden und Infrastruktur, Hitze, Dürren sowie Wälder, die Feuer fangen", sagte hierzu der Meteorologe Özden Terli im Interview mit der Tageszeitung TAZ.

Es ist in unserem eigenen Interesse, die Klimaerwärmung zu bremsen!

"Windkraft und Solarenergie müssen ausgebaut, die Verkehrswende endlich Realität werden"

TAG24-Redakteur Florian Gürtler (43) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler (43) lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

Es ist daher dringend notwendig, dass die Politik endlich damit beginnt, konkrete und nachhaltige Schritte zu unternehmen, die ein weiteres Voranschreiten der Klimakrise verhindern.

Windkraft und Solarenergie müssen ausgebaut, die Verkehrswende endlich Realität werden.

Zugleich muss beim Umbau von Gesellschaft und Wirtschaft aber auch bedacht werden, dass diese Veränderungen nur dann gelingen, wenn breite Bevölkerungsschichten sie tragen.

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Ein echter sozialer Ausgleich für Menschen mit kleinen Einkommen muss deshalb immer mit bedacht werden.

Angesichts der Klimakrise nur auf ominöse, noch zu erfindende neue Technologien und Innovationen zu setzen, wie CDU/CSU und FDP es in ihren Wahlprogrammen zur Bundestagswahl stehen haben, ist brandgefährlich, denn damit wird Zeit verschenkt, die wir wahrscheinlich nicht mehr haben.

Die AfD ist beim Thema Klimawandel übrigens ein Totalausfall: Die Rechtspopulisten wollen laut ihrem Wahlprogramm regelrechte Anti-Klimaschutz-Politik betreiben.

Titelfoto: Montage: Thomas Frey/dpa, Florian Gürtler

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