Kommentar: Nehmt den Reichen endlich mehr von ihrem Geld weg!

TAG24-Redakteur Florian Gürtler fordert in seinem Kommentar mehr Umverteilung von oben nach unten – auch vor dem Hintergrund der horrenden Kosten der Corona-Krise.

Der Reichtum in der Welt wie auch der Reichtum in Deutschland wachsen, wie eine am heutigen Donnerstag bekannt gewordene Studie zeigt (TAG24 berichtete). Aber ist der Reichtum auch gerecht verteilt?

Umverteilung von oben nach unten: Ist der Reichtum der Wenigen ein Schatz, den es zu bergen gilt?
Umverteilung von oben nach unten: Ist der Reichtum der Wenigen ein Schatz, den es zu bergen gilt?  © 123RF/Fernando Gregory Milan

In Bezug auf die Bundesrepublik ist in dem Artikel unter anderem auch folgendes zu lesen: In Deutschland besaßen die reichsten zehn Prozent zuletzt mehr als die Hälfte des gesamten Vermögens (56 Prozent). Die ärmere Hälfte der Bevölkerung hat dagegen nur einen Anteil von 1,3 Prozent am gesamten Vermögen des Landes.

Nimmt man hinzu, dass es in Deutschland schon seit langem ein Problem mit Kinderarmut gibt, die Wohnraum-Situation für Menschen mit niedrigem und mittlerem Einkommen in Ballungsgebieten wie zum Beispiel Frankfurt immer prekärer wird und viele der heute Arbeitenden sich trotz der neuen Bedarfsrente ernsthaft Sorgen wegen Armut im Alter machen müssen, dann stellt sich mehr und mehr die Frage: Ist es wirklich gerecht und sinnvoll, dass der Reichtum in Deutschland derart ungleich verteilt ist?

Am Beginn der Corona-Krise hat die Politik bewiesen, zu welch weitreichenden Eingriffen in die Gesellschaft sie in der Lage ist: Der Staat ist offensichtlich durchaus stark, wenn es sein muss.

Es ist dringend an der Zeit, dass der Staat seine Gestaltungsmacht auch dafür nutzt, die krasse Verteilungsungerechtigkeit in Deutschland zu reduzieren.

Es geht um mehr Umverteilung von oben nach unten

TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.
TAG24-Redakteur Florian Gürtler lebt und arbeitet in Frankfurt am Main.  © Florian Gürtler

Um es deutlich zu sagen: Es geht mir dabei nicht darum, den Reichen alles weg zu nehmen, damit am Ende alle gleich viel oder gleich wenig haben.

Es geht lediglich um mehr Umverteilung von oben nach unten, sei es nun durch eine Vermögensabgabe, einen höheren Spitzensteuersatz oder eine höhere Erbschaftsteuer.

Das umverteilte Geld sollte einerseits in höhere Zuwendungen für die Ärmsten fließen (Stichwort "Hartz IV"), andererseits aber auch dem Staat die Möglichkeit geben, gestaltend in Wirtschaft und Gesellschaft einzugreifen.

Spätestens wenn es um die Frage geht, wer die horrenden Kosten der Corona-Krise bezahlen soll, steht in Deutschland ohnehin eine Debatte um Geld und soziale Gerechtigkeit an.

Beginnen wir doch am besten gleich mit der Diskussion.

Mein Vorschlag dazu: Nehmt den Reichen endlich mehr von ihrem Geld weg!

Titelfoto: 123RF/Fernando Gregory Milan, Florian Gürtler

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