Kommentar zu einer Woche 2G in Sachsen: Lasst Euch endlich impfen!

Leipzig - Eine Woche ist es nun her, seit Sachsen als erstes Bundesland die 2G-Regel in weiten Teilen des öffentlichen Lebens einführte. Was sich einerseits positiv auf die Impfbereitschaft auswirkte, geht andererseits mit Meldungen über Angriffe auf Polizisten bei Corona-Kontrollen einher. Mit Wut und Frust ist uns an dieser Stelle jedoch nicht geholfen, meint TAG24-Redakteur Eric Mittmann.

In Sachsen ist die Impfquote bundesweit am geringsten - die Corona-Fallzahlen aktuell am höchsten. (Symbolbild)
In Sachsen ist die Impfquote bundesweit am geringsten - die Corona-Fallzahlen aktuell am höchsten. (Symbolbild)  © Sebastian Gollnow/dpa

Sagen wir es, wie es ist: Corona nervt. Nichts davon ist toll und wir können alle gut und gern ohne Virus, Inzidenzwerte und Einschränkungen leben, wenn es nach uns gehe.

Nach mehr als eineinhalb Jahren in dieser Scheiß-Zeit sind wir alle frustriert, das kann man niemandem verübeln.

Frust und Wut rechtfertigen es allerdings noch lange nicht, jetzt zu Gewalt zu greifen.

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Fakt ist leider auch weiterhin: Das Coronavirus ist da und es ist tödlich. Das beste Mittel dagegen ist aktuell die Impfung. Sie ist kein Allheilmittel, reduziert jedoch die Ansteckungsgefahr und das Risiko, im Falle einer Infektion einen schweren Verlauf durchmachen zu müssen.

Kommentar: "Jetzt sind die Mittel da und wir wollen sie nicht"

TAG24-Autor Eric Mittmann hat, wie so viele andere auch, keine Lust auf einen weiteren Lockdown. Um diesen zu vermeiden, gibt es nur eine Lösung.
TAG24-Autor Eric Mittmann hat, wie so viele andere auch, keine Lust auf einen weiteren Lockdown. Um diesen zu vermeiden, gibt es nur eine Lösung.  © Eric Mittmann

Die Impfung hat uns einen Weg aus dem Lockdown eröffnet. Falls sich noch jemand an diese dunklen Zeiten erinnern kann: Bevor die Vakzine da waren, galten Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen, weil wir keine anderen Lösungen hatten.

Unternehmen und Geschäfte waren über Monate geschlossen und mussten ums Überleben kämpfen. Es konnte uns gar nicht schnell genug gehen, endlich die Nadel im Arm zu haben. Jetzt sind die Mittel da und wir wollen sie nicht.

Natürlich kann jeder von uns selbst entscheiden, sich impfen zu lassen. Mit jedem nicht geimpften Menschen steigt jedoch die Gefahr, dass sich das Virus weiterhin ausbreitet und Menschenleben fordert. Das hat nichts mit Fatalismus zu tun, das ist der Verlauf der Pandemie, wie wir ihn die letzten eineinhalb Jahre erlebt haben.

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Sachsen hat bundesweit die geringste Impfquote, deshalb steigen nun wieder die Fallzahlen, füllen sich die Krankenhäuser mit Corona-Patienten. Das alles kennen wir bereits aus dem vergangenen Herbst. Die Lösung war der Lockdown, eine Wahl hatten wir im Grunde nicht.

Heute können wir uns entscheiden, stattdessen greifen wir zu Gewalt. Mit Frust und Wut ist uns an dieser Stelle jedoch nicht geholfen. Lasst Euch endlich impfen!

Titelfoto: Sebastian Gollnow/dpa, Eric Mittmann

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