Kommentar zum Antisemitismus-Fall um Gil Ofarim: "Nur Verlierer"

Leipzig - Was passierte wirklich im Leipziger Westin Hotel? An dem mutmaßlichen Antisemitismus-Skandal um Gil Ofarim und seine Davidstern-Kette wurden jetzt ernste Zweifel laut. Klar ist bislang: Der Vorfall kennt nur Verlierer.

An dem mutmaßlichen Antisemitismus-Skandal um Gil Ofarim (39) wurden Zweifel laut.
An dem mutmaßlichen Antisemitismus-Skandal um Gil Ofarim (39) wurden Zweifel laut.  © Tobias Hase/dpa

Die Wende in der öffentlichen Wahrnehmung brachte ein Video, das ein anderes Licht auf den Vorfall wirft, den Ofarim bislang schilderte. Auch die Reaktion darauf, die der Musiker und Schauspieler mit jüdischen Wurzeln tätigte, sorgt für Verwirrung.

Was bleibt sind Fragen, über die es wohl erst Klarheit gibt, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen beendet haben. Das Problem: Die Geschichte ist in der Welt, doch nur Ofarims Sicht wurde wirklich bekannt - und die ruft nun auch noch Widersprüche hervor.

Da war das Urteil in den sozialen Netzwerken längst gefällt, auch Politiker und Funktionäre reagierten, hitzige Diskussionen über deutschen Antisemitismus entbrannten.

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Versteht mich nicht falsch: Die gesellschaftliche Auseinandersetzung mit diesem Thema ist notwendig und gut. Aber nicht, wenn sie so emotional und mit Vorverurteilungen geführt wird wie im Fall Ofarim.

Der hat freilich selbst die Richtung vorgegeben - ein Versehen oder Schnellschuss des Medienprofis war das sicherlich nicht.

TAG24-Redakteur Hermann Tydecks ist der Meinung: Der Vorfall kennt nur Verlierer.
TAG24-Redakteur Hermann Tydecks ist der Meinung: Der Vorfall kennt nur Verlierer.  © Norbert Neumann

Das Resultat: Alle haben Schaden genommen, werden angefeindet. Der Mitarbeiter, das Hotel, auch Sachsen (mal wieder), Ofarim selbst und auch jüdische Mitbürger. Wenigstens ist das letzte Kapitel in der Causa noch nicht geschrieben und eine sachliche Auseinandersetzung möglich - beides wird allerdings noch einige Zeit brauchen.

Titelfoto: Montage: Tobias Hase/dpa; Norbert Neumann

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