Meine Meinung: Hallo, RB Leipzig! Wenn selbst Heidi Klum dich feiert, hast du im Fußball nichts verloren

Frankfurt am Main/Leipzig - RB Leipzig ist erstmals DFB-Pokalsieger - und keinen interessiert's! Vielmehr beweisen das überzogene Marketing-Brimborium des Brauseklubs nach dem Cup-Gewinn, das Gebaren der Verantwortlichen im direkten Anschluss nach dem 5:3-Erfolg nach Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg, die mangelnde Anteilnahme der restlichen, deutschen Profivereine, die dürftige Stimmung bei der Siegesfeier sowie ein "ganz besonderer" Promi-Fan, dass dieser "Verein" nichts im Fußball zu suchen hat.

Was soll das?! Ob den DFB-Pokal nach dieser "Einweihung" überhaupt noch ein anderer Verein haben möchte? Schäm dich, Kevin Kampl (31).
Was soll das?! Ob den DFB-Pokal nach dieser "Einweihung" überhaupt noch ein anderer Verein haben möchte? Schäm dich, Kevin Kampl (31).  © Montage: Twitter/RB Leipzig

Doch von vorn: Vor ziemlich genau 13 Jahren entschloss sich ein gelangweilter, schon öfter des rechten Gedankenguts bezichtigter Brause-Milliardär in Deutschland ein ähnliches Projekt, wie zuvor mit Red Bull Salzburg, ins Leben zu rufen.

Nach einigem hin und her erkaufte man sich schließlich das Startrecht in der Oberliga vom SSV Markranstädt und marschierte als Rasenballsport - was auch immer das zu bedeuten haben mag - Leipzig mehr oder minder mühelos von Aufstieg zu Aufstieg, bis man in der Spielzeit 2016/17 erstmals im deutschen Fußball-Oberhaus antreten durfte.

Was folgte, waren immer wiederkehrende Anfeindungen seitens Anhängern etablierter Traditionsvereine, die man vonseiten des Brause-Konstrukts jedoch nicht einfach weglächelte, sondern stets mit Provokationen aus den eigenen Reihen reagierte.

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Der Gewinn des ersten großen Pokals der ach so jungen Vereinsgeschichte markierte schließlich einen Höhepunkt dieser Vorgehensweise - peinliche Marketingaktionen inklusive. Anstatt sich über den Finalsieg trotz über 60-minütiger Unterzahl zu freuen, stürmte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff (46) wie vom Bullen... äh... Rinderwahn übermannt vor die Kameras - nur, um dort dann von der Benachteiligung seitens des Schiedsrichtergespanns rund um Sascha Stegemann (37) zu schwafeln.

Leipzigs Coach, Domenico Tedesco (36), machte es nur wenige Augenblicke später kaum besser, als er der Freiburger Bank eine Welle des "puren Hasses" unterstellte, nachdem Marcel Halstenberg (30) mit dem Roten Karton bedacht worden war.

Stil und Größe angesichts des Erfolgs sehen definitiv anders aus - zumal die überaus bösen und hasserfüllten Breisgauer, allen voran Kult-Trainer Christian Streich (56), jedem einzelnen RBler wohlwollend zum Sieg gratulierten.

Da fällt jetzt auch selbst mir nichts mehr zu ein...

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Selbst im Moment des Erfolgs zeigt RB Leipzig keine Demut, keinen Stil und keinerlei Respekt

Waren wohl als einzige so wirklich begeistert vom RB-Pokalerfolg: Hymnen-Interpret Frank Dreibrodt (44) samt Leipzig-Maskottchen "Bulli".
Waren wohl als einzige so wirklich begeistert vom RB-Pokalerfolg: Hymnen-Interpret Frank Dreibrodt (44) samt Leipzig-Maskottchen "Bulli".  © Screenshot Twitter/exprofis

Die ein oder andere unpassende Bemerkung im Rausch der Emotionen nach einem derartigen Erfolg - kann ja mal passieren. Doch wie Kevin Kampl (31) genüsslich eine Dose des Zucker-Zündstoffs in den heiligen Gral des deutschen Fußballs kippt - natürlich nur ganz zufälligerweise aus der "RB Leipzig Celebration Can" -, ist mit emotionaler Überreaktion kaum noch erklärbar.

Aber auch am Tag nach dieser derart heldenhaften, sportlichen Errungenschaft ging das Slapstick-Sammelsurium weiter. In ihrer Heimatstadt von einer gar nicht allzu kleinen Menge an Fans empfangen, zeigte sich spätestens auf der Feierweise vor der Red Bull Arena, dass hier wohl nur wenig echte Faszination für den jungen, aufstrebenden Verein vorherrschte.

Denn was darf bei einer ordentlichen Sause nicht fehlen? Richtig, der vereinseigene Song. Doch während Frank Dreibrodt (44) und Leipzig-Maskottchen "Bulli" wie von der Tarantel gestochen über die Bühne hüpften und der Hymnen-Interpret zu den ersten gesungenen Silben ansetzte, war er unter Tausenden der nahezu einzige, der weit und breit zu hören war - hätte besser laufen können!

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Aber nicht nur die eigenen Fans konnten mit dem glorreichen Triumph ihres "Stolz des Ostens" nur wenig anfangen. Auch die restlichen 35 Profivereine der 1. und 2. Bundesliga konnten sich wohl nicht so recht zu offiziellen Glückwünschen überwinden. Nun ja, nicht ganz: Immerhin gratulierte neben dem ebenfalls äußerst fragwürdigen Konstrukt TSG 1899 Hoffenheim auch FC-Bayern-Vorstandschef Oliver Kahn (52) - wow!

Beweisführung abgeschlossen? Noch nicht ganz! Denn eines kann den Roten Bullen tatsächlich keiner nehmen: Mit Model-Mama Heidi Klum (48) war wohl der treueste und wünschenswerteste Fußball-Fan der jüngeren Geschichte auf der Seite der Brause-Bomber. Leider besiegelte sie das Schicksal der Bullenhutträger nicht mit ihrem ikonischen, markant-quietischig vorgetragenen "Ich habe leider kein Foto für dich" - wäre auch zu schön gewesen.

Darauf ein kühles...Energy-Getränk - Prost!

Titelfoto: Montage: Instagram/heidiklum, Twitter/RB Leipzig

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