Disney gibt "rassistischer" Themenpark-Attraktion einen neuen Namen

USA - Weil sie auf einem angeblich rassistischen 40er-Jahre-Film basiert, soll die Disney-Attraktion "Splash Mountain" neu gestaltet und umbenannt werden.

Die abenteuerliche Freizeitpark-Attraktion "Splash Mountain" im Walt Disney World Resort Orlando, Florida.
Die abenteuerliche Freizeitpark-Attraktion "Splash Mountain" im Walt Disney World Resort Orlando, Florida.  © viaval/123RF

Noch immer sind die Anti-Rassismus-Proteste der "BlackLivesMatter"-Bewegung in weiten Teilen der USA nicht abgeklungen.

Während sich die Demonstranten von der Regierung unter Donald Trump ignoriert fühlen, fürchten viele Unternehmen um ihren guten Ruf.

Nach umgerissenen Statuen und veränderten Marken-Logos sorgt nun auch Disney höchstselbst für kuriose Schlagzeilen. 

Wie Daily Star berichtet, plant das Medienunternehmen, sein ikonisches Fahrgeschäft "Splash Mountain" umzubenennen.

Der Grund: Die beliebte Attraktion ist maßgeblich an den 40er-Jahre-Klassiker "Song of the South" (deutscher Titel: "Onkel Remus’ Wunderland") angelehnt.

Der Musical-Film ist in den letzten Jahren wegen seiner Darstellung des schwarzen Sklaven Onkel Remus in Kritik geraten, gleichzeitig gilt er jedoch auch als wichtiger Meilenstein in Disneys Filmgeschichte, weil hier erstmals ein schwarzer Schauspieler die Hauptrolle übernahm. Auch wegen der damals revolutionären Mischung aus Cartoon und Realszenen hat der Film aus dem Jahr 1946 bis heute eine treue Fan-Gemeinde.

In "Splash Mountain" fahren die Park-Besucher mit einem Holzboot eine Wasserrutsche hinab.
In "Splash Mountain" fahren die Park-Besucher mit einem Holzboot eine Wasserrutsche hinab.  © viaval/123RF

"Splash Mountain" bekommt "Küss den Frosch" als neues Film-Vorbild

Heute soll jedoch so wenig wie möglich an "Song of the South" erinnern. Laut Disney arbeiten Designer schon seit 2019 an einer Umgestaltung der Bayou-ähnlichen Park-Attraktion "Splash Mountain", in der die Besucher eine spannende Wasserfahrt auf einem Holzboot erleben. Das Fahrgeschäft soll sich thematisch künftig am Zeichentrickfilm "The Princess and the Frog" ("Küss den Frosch") von 2009 orientieren.

Damit soll der Südstaaten-Bezug erhalten und zugleich modernisiert werden. Der neue Name für die dann hoffentlich nicht mehr rassistisch angehauchte Abenteuerfahrt steht noch nicht fest.

"Das neue Konzept ist inklusiv - eines, mit dem sich alle unsere Gäste identifizieren und von dem sie sich inspirieren lassen können. Es spricht für die Vielfalt der Millionen von Menschen, die jedes Jahr unsere Parks besuchen", so Michael Ramirez, der PR-Direktor der Disneyland-Resorts.

"Song of the South" soll nicht bei Disney+ veröffentlicht werden

Auch der hauseigene Streaming-Service Disney+ soll nach dem Willen von CEO Bob Iger vom Klassiker "Song of the South" verschont bleiben. "Ich habe das Gefühl, dass der Film - selbst mit einem Haftungsausschluss - in der heutigen Welt einfach nicht angemessen ist, solange ich CEO bin."

Carmen Smith, Executive für kreative Entwicklung und integrative Strategien beim Walt-Disney-Konzern, ergänzte: "Es ist wichtig, dass unsere Gäste sich selbst in den Erfahrungen sehen und erkennen können, die wir machen."

Titelfoto: viaval/123RF

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