Er wurde vom Staat bezahlt! Neuseelands offizieller Zauberer hat seinen Job verloren

Christchurch - Mehr als 20 Jahre hat Ian Brackenbury Channell (88) als Neuseelands einziger offizieller Zauberer gearbeitet. 10.000 neuseeländische Dollar (umgerechnet etwas mehr als 6100 Euro) erhielt er dafür jährlich - und das aus der Staatskasse! Doch nun ist Schluss mit der Magie.

Ian Brackenbury Channell im Jahr 2019 vor den Blumen, die für die Opfer des Christchurch-Anschlags niedergelegt wurden. Neuseelands offiziellem Zauberer wurde nun gekündigt.
Ian Brackenbury Channell im Jahr 2019 vor den Blumen, die für die Opfer des Christchurch-Anschlags niedergelegt wurden. Neuseelands offiziellem Zauberer wurde nun gekündigt.  © Mark Baker/AP/dpa

Wie die New York Times (NYT) berichtet, hat die Stadt Christchurch, für die Channell offiziell arbeitete, dem Zauberer vergangene Woche gekündigt.

Channell soll 1972 nach Christchurch gezogen sein. Zehn Jahre später wurde er zum offiziellen Zauberer der Stadt ernannt, seit 1998 wurden seine Gehaltsschecks aus der Staatskasse bezahlt.

10.000 Dollar soll er jährlich erhalten haben, um "Zauberei und andere zauber-ähnliche Dienste" zu leisten, wie es in seinem Vertrag stehe.

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Channell habe Regentänze aufgeführt, über Gott und die Welt philosophiert und vor allem als Street Artist seine Brötchen verdient. Ein hölzerner Stab gehörte dabei ebenso zu seinen Markenzeichen wie ein Spitzhut, den man von einem Zauberer erwarten würde.

Vor allem unter Touristen, die nach Neuseeland reisten, um die Drehorte für die "Herr der Ringe"-Filme zu besuchen, soll der Senior beliebt gewesen sein.

1990 ernannte ihn Neuseelands damaliger Premierminister Mike Moore (71) zum Zauberer von Neuseeland. 2009 verlieh ihm Queen Elizabeth II (95) die Queen's Service Medal als Anerkennung seiner Leistungen ihm Dienste der Öffentlichkeit.

Letzter Gehaltsscheck im Dezember

Die Gunst seiner Befürworter soll Channell zuletzt jedoch mit Kommentaren über Gewalt gegenüber Frauen verloren haben. "Schlag niemals eine Frau. Erstens bekommen sie viel zu leicht blaue Flecken und zweitens erzählen sie es den Nachbarn und ihren Freunden - und dann hast du mächtig Ärger", zitiert ihn NYT.

Ob die Äußerungen der Grund für Channells Entlassung waren, dazu soll sich die Stadt nicht geäußert haben. Seinen letzten Gehaltsscheck werde er im Dezember erhalten.

Titelfoto: Mark Baker/AP/dpa

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