Ex-Knacki kocht Menschenherz und serviert es seiner Familie mit Kartoffeln

Chickasha - Als der Angeklagte am Dienstag vor Gericht erschien, habe er nur leise "Oh Gott" gemurmelt. Doch der konnte Lawrence Paul Anderson (42) auch nicht mehr helfen. Denn Andersons Schicksal lag ab da in den Händen eines weltlichen Richters.

Der mutmaßliche Täter kochte das Herz der Nachbarin und servierte es zum Abendessen. (Symbolbild)
Der mutmaßliche Täter kochte das Herz der Nachbarin und servierte es zum Abendessen. (Symbolbild)  © 123rf.com/Nadia Borovenko

Dreifacher Mord und Kannibalismus, so lautete die Anklage gegen den 42-Jährigen, der bei seiner ersten Anhörung vor Gericht weinte und die Tränen mit der rechten Hand wegwischte, um die ein dicker Verband gewickelt war.

Zur Last gelegt wurde Anderson am Dienstag auch, dass er eines seiner Opfer verstümmelt habe.

Demnach tötete er am 9. Februar seinen Onkel Leon Pye (67), seine Tante Delsie Pye und deren kleine Enkelin, Kaeos Yates (4), in ihrem Haus in Chickasha (US-Bundesstaat Oklahoma). Sowie die Nachbarin, Andrea Lynn Blankenship (41), die gegenüber wohnte.

Anderson wurde noch am selben Tag im Haus der Pyes festgenommen, nachdem jemand die Polizei alarmierte.

Aufgrund der grausigen Details schockierte der Fall die Leute in der Gegend. Zudem handelte es sich bei Anderson um einen Wiederholungstäter: Erst im Januar wurde er aus dem Gefängnis entlassen, nachdem ihm die Reststrafe erlassen worden war, berichtet "The Oklahoman".

Beweismittel: Ein Kochtopf mit Essenresten

Führten überfüllte Gefängnisse zu der Fehlentscheidung, Anderson zu begnadigen? (Symbolbild)
Führten überfüllte Gefängnisse zu der Fehlentscheidung, Anderson zu begnadigen? (Symbolbild)  © 123rf.com/Sakhorn Saengtongsamarnsin

Im Polizeiverhör gestand Anderson die Tat sofort und erklärte, dass er zuerst die Nachbarin tötete und ihr dann das Herz herausschnitt. Damit ging er ins Haus der Pyes, kochte es und servierte es seiner Familie mit Kartoffeln zum Abendessen.

Sie sollten das Herz essen, um "die Dämonen freizulassen", hieß es in einem Polizeibericht. Zum Beweis habe Anderson den Beamten einen Kochtopf mit den Essenresten gezeigt.

Der Beschuldigte gab die Adresse seines Onkels und seiner Tante als neues Zuhause nach seiner Haftentlassung an. In Wahrheit hatte er sich aber in einem Gasthaus einquartiert und besuchte seine Familie erst an ihrem Todestag.

"Sie waren überrascht, als er bei ihnen auftauchte und hatten absolut keine Ahnung davon, dass er freigelassen wurde", sagte der Anwalt Robert Wagner. Die Pyes hätten auch "nie zugestimmt, ihre Adresse als sein Zuhause anzugeben", sagte Wagner weiter.

Lawrence Paul Anderson wurde 2017 wegen Verstoßes gegen seine Bewährungsauflagen nach einem Drogenhandeldelikt und wegen weiteren Verbrechen zu 20 Jahren Haft verurteilt. Im vergangenen Jahr wandelte der Gouverneur von Oklahoma auf Empfehlung das Urteil in neun Jahre um. Schlussendlich wurde Anderson begnadigt und nach etwas mehr als drei Jahren Haft auf freien Fuß gesetzt.

Angeblich galt er inzwischen als gewaltfreier Täter. Doch bei der Entscheidung des Gouverneurs dürfte auch die hohe Zahl von Inhaftierten in Oklahoma eine Rolle gespielt haben.

Es war das Todesurteil für die Pyes. Das Urteil für Anderson steht aus.

Titelfoto: 123rf.com/Nadia Borovenko

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