Frau gibt 8700 Euro jährlich bei Primark aus, Restaurants kann sie sich nicht mehr leisten

Guilford - Die Britin Ria Mitchell (24) ist süchtig nach Primark. Jeden Samstag fährt sie in ihren Lieblingsladen, um jährlich bis zu 8700 Euro in diesem zu lassen. Nichts hält sie davon ab.

Ria mit ihrem Hund Razor. Die 24-Jährige liebt Shopping über alles.
Ria mit ihrem Hund Razor. Die 24-Jährige liebt Shopping über alles.  © Facebook/Ria Mitchell

Ausschlafen, gemütlich Brunchen oder mal die Omi besuchen: Jeder hat so seine favorisierten Dinge, die er an einem freien Samstag erledigt. Auch shoppen mag wohl bei dem ein oder anderen auf der Liste stehen.

Wie bei Ria. Ria geht gerne shoppen. Aber nicht nur einmal im Monat, sondern jede Woche. Und zwar immer wieder in dasselbe Geschäft: zu Primark.

Die Modekette, die für ihre preiswerte Kleidung bekannt ist, hat es der jungen Dame besonders angetan. Über ihre spezielle Vorliebe spricht sie mit der britischen Webseite The Sun.

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Ria wohnt in Guildford, einer Stadt im südlichen England. Sie arbeitet als Veterinärtechnikerin und Haustiersitterin. Mit ihrem Job verdient sie 40.000 Pfund (rund 44.000 Euro) jährlich, wobei ein großer Teil des Geldes sofort für ihren Shopping-Konsum draufgeht.

Jeden Monat überweist sie um die 800 Euro auf ein Spar-Konto, das nur für ihre Kleidungseinkäufe bei Primark gedacht ist. Immerhin gibt sie nicht mehr als dieses Geld aus: "Wenn es weg ist, weiß ich, dass es Zeit ist, aufzuhören."

Ihr teures Hobby macht ihr soziales Leben nicht gerade einfach. Ria kann sich oft Kinobesuche oder auch Restaurants nicht leisten, weil sie lieber shoppen geht.

Wegen ihrer Sucht streitet Ria Mitchell mit ihren Freunden

Menschen stehen vor einer Primark-Filiale.
Menschen stehen vor einer Primark-Filiale.  © Brian Lawless/PA Wire/dpa

Durch ihr skurriles Verhalten habe sie sich schon mit dem ein oder anderen zerstritten, berichtet die 24-Jährige. "Weil ich ihre Geburtstage und Treffen verpasst habe, sagten sie, sie fühlten sich nur zweitklassig. Das hat mich zwar aufgeregt, aber ich kann einfach nicht nein zum Einkaufen sagen."

Ihre Sucht begann vor rund zwei Jahren. Die Single-Lady zog nach Guilford und sah sich der Tatsache konfrontiert, dass ihr Hund Razor immer wieder ihre Kleider ruinierte, indem er sie zerkaute. Auch ihr Job mit Tieren war da nicht förderlich. Eine Lösung musste her.

"Als ich das erste Mal bei Primark einkaufte, war ich jedoch sofort süchtig danach. Ich liebe die billigen Preise und die Tatsache, dass man dort alles bekommen kann, was man braucht. Ich muss nie wieder einen Fuß in ein anderes Geschäft setzen", sagte sie.

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Denn Primark bietet nicht nur Kleidung, sondern wirklich alles, was das Haushaltsherz begehrt. So hat sich Ria mittlerweile auch mit Handtüchern, Bettdecken und Haustiersachen eingedeckt.

Besonders Skinny Jeans haben es ihr angetan. Von denen besitzt sie etwa 30 Stück in allen Farben. Nichts kann mit Primark konkurrieren, ist sich die junge Frau sicher.

Ria Mitchell ist stolz auf ihre Primark-Obession

Während Corona konnte Ria nicht shoppen gehen. Für die junge Frau brach ihre Welt zusammen. "Als ich hörte, dass Primark geschlossen wurde, war das wie mein schlimmster Albtraum", sagt sie. "Ich habe gebetet, dass sie ihren Online-Shop mit neuen Artikeln aktualisieren würden, aber das taten sie nicht."

Also musste sie gezwungenermaßen auf Ebay shoppen. "Als Primark schließlich am 15. Juni wiedereröffnet wurde, fuhr ich zweieinhalb Stunden zum Laden in Birmingham - dem größten Primark Großbritanniens - und verbrachte dort den ganzen Tag und gab über 1000 Euro aus.

Ein schlechtes Gewissen hat die 24-Jährige nicht. Alle sechs Monate geht sie ihre Kleidungsstücke durch. Was ihr nicht gefällt, wird gespendet.

"Das Leben ist zu kurz, und Einkaufen macht mich glücklich. Ich tue niemandem weh, also bleibe ich vorerst ein Primark-Süchtiger - und bin stolz darauf."

Titelfoto: Facebook/Ria Mitchell

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