Gesuchter bevorzugt Gefängnis statt Lockdown und stellt sich der Polizei

Burgess Hill (Großbritannien) - Während des Corona-Lockdowns zu Hause bleiben und den ganzen Tage mit denselben Menschen verbringen zu müssen, ist für viele Menschen eine schwierige Erfahrung. Für einen gesuchten Mann aus England war diese Situation kaum noch zu ertragen. Deshalb entschied er, sich der Polizei zu stellen.

Im Gefängnis wolle der Mann zur Ruhe kommen. Das sei im Lockdown mit seiner Familie nicht möglich, sagte er. (Symbolbild)
Im Gefängnis wolle der Mann zur Ruhe kommen. Das sei im Lockdown mit seiner Familie nicht möglich, sagte er. (Symbolbild)  © 123rf.com/RATTANAKUN THONGBUN

Nach Information der Polizei von Sussex, stellte sich am Mittwochnachmittag ein gesuchter Mann freiwillig auf dem Revier in Burgess Hill.

Demnach kam er herein und sagte, er könne die Menschen, mit denen er zusammenlebt, nicht mehr ertragen und gehe lieber ins Gefängnis zurück, um etwas Ruhe zu finden, berichtet "The Guardian".

"Frieden und Ruhe! Ein gesuchter Mann hat sich gestern Nachmittag in die Hände unseres Teams begeben und angekündigt, dass er lieber ins Gefängnis zurückkehren würde, als noch mehr Zeit mit den Menschen zu verbringen, mit denen er zusammenlebt!", schrieb der zuständige Inspektor, Darren Taylor, tags darauf auf Twitter.

Und weiter: "Er ist verhaftet und auf dem Weg zurück ins Gefängnis, um etwas Zeit alleine zu verbringen."

Wie lange der Mann nun einsitzen muss, ist nicht bekannt.

Corona-Lockdown führt bei einigen Leuten zu "Pandemie Burnout"

Mit seinem Problem steht der inzwischen Inhaftierte nicht alleine da: Der Corona-Lockdown setzt vielen Leuten zu, die die Zeit mit Personen verbringen müssen, deren Verhalten sie zunehmend wütend macht. In einem Bericht des "Guardian" wird das als "Pandemie Bournout" beschrieben.

Nach Untersuchungen des King's College London und des Marktforschungsunternehmen Ipsos MORI mit Sitz in London, hat sich fast ein Viertel der Menschen in Großbritannien während der Einschränkungen mit Freunden oder der Familie gezofft. Häufig genannter Grund: Verhaltensweisen bei anderen, die als nervig empfunden wurden.

Jeder Zwölfte spricht aufgrund von Meinungsverschiedenheiten sogar nicht mehr mit einem bestimmten Freund oder Verwandten.

Titelfoto: 123rf.com/RATTANAKUN THONGBUN

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