Hirnchip lässt Gelähmten wieder kommunizieren: Erste Botschaft - "Ich möchte ein Bier"

Genf (Schweiz) - Es ist eines der Geschichten, die kaum zu glauben sind. Ein vollständig gelähmter Mann im Schweizer "Wyss Center" konnte dank eines implantierten Hirnchips Kontakt zur Außenwelt aufnehmen, berichtet "Independent". "Ich möchte ein Bier", lautete die erste langersehnte Botschaft des 36-Jährigen.

Über Jahre hinweg konnte sich der 36-jährige ALS-Patient nicht mehr bewegen - selbst seine Augen waren gelähmt. (Symbolfoto)  © 123RF/peopleimages12

Vor sieben Jahren kam der Betroffene in die Genfer Forschungsstiftung für Neurologie. Dort stellten die Ärzte die Nervenkrankheit ALS fest. Nachdem seine Muskeln mit der Zeit immer mehr erschlafft waren, willigte er 2019 einer Operation zu.

Meist bleibt den Betroffen nach einer vollständigen Körper-Lähmung nur noch ihr Bewusstsein. Um dieses Leiden zu beenden, begannen Forscher in der Schweiz nach einer Lösung zu suchen - und stießen schließlich auf eine.

Mithilfe zweier Elektroden, die in die Großhirnrinde implantiert werden, sollen ALS-Erkrankte wieder kommunizieren können - zumindest gedanklich.

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Die ersten Erfolge zeigten sich erst nach Monaten. Dank der Implantate und einem speziell entwickelten Programm konnte der ALS-Patient gedanklich Buchstaben erfassen und wiedergeben. Sowohl der Patient als auch die Forscher waren sprachlos über diesen enormen Erfolg.

So bat der Mann neben einem leckeren Bier zusätzlich um eine Kopfmassage von seiner Mutter. Auch widmete der 36-Jährige einige rührende Worte an sein vierjähriges Kind: "Ich liebe meinen coolen Sohn".

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Mithilfe der Elektroden kann der Betroffene nun öfter um ein kühles Blondes bitten.  © Fernando Gutierrez-Juarez/dpa

Trotz Lähmung des gesamten Körpers: Kommunikation soll bald alle möglich werden

Zwei Mikroelektroden mit jeweils 3,2 mm Seitenlänge wurden dem Patienten implantiert.  © Website/Wyss-Zentrum für Bio-Neuroengineering

"Unsere Studie ist die erste, die eine Kommunikation bei einer Person ermöglicht, die keine willkürlichen Bewegungen mehr ausführen kann", sagte Dr. Jonas Zimmermann, leitender Neurowissenschaftler am Wyss Center.

Für die Wissenschaft ist dieser Fortschritt ein absoluter Durchbruch. Zum ersten Mal konnte bewiesen werden, dass Menschen ohne jegliche Muskelbewegung noch aktiv und bewusst kommunizieren können.

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