Lokführer fährt mit einer Minute Verspätung: Lohnkürzung!

Okayama (Japan) - Sie sind bekannt für ihre strikte Pünktlichkeit und ihren zuverlässigen Fahrplan: japanische Züge. Um diesen Punkt zu unterstreichen, ging nun ein japanisches Bahnunternehmen gegen einen Lokführer vor, der eine Minute Verspätung hatte. Es gab eine Lohnkürzung!

Die japanischen Züge gelten als sehr pünktlich. Ein kurioser Gerichtsfall sorgt nun für Diskussionen. (Symbolfoto)
Die japanischen Züge gelten als sehr pünktlich. Ein kurioser Gerichtsfall sorgt nun für Diskussionen. (Symbolfoto)  © 123rf/vacclav

Wie der "Spiegel" unter Berufung auf die japanische Zeitung "Yomiuri Shimbun" berichtet, wurde dieser kuriose Fall nun vor dem Bezirksgericht Okayama verhandelt.

Die Bahnfirma wollte dem Lokführer den Lohn um umgerechnet 33 Cent kürzen, weil er eine Minute zu spät im Zugdepot ankam.

Nach dem Bericht des "Spiegels" sollte der Zugführer im Juni 2020 einen Zug vom Bahnsteig ins Zugdepot Okayama bringen. Doch der Japaner stand am falschen Gleis und bemerkte seinen Fehler erst bei der Anfahrt eines anderen Zuges.

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Zwar eilte er anschließend zum richtigen Zug, dennoch kam es zu einer zweiminütigen Verspätung. Bei der Abfahrt blieben davon noch 60 Sekunden Verzug übrig, die er auch während der Fahrt nicht mehr einholen konnte.

Zugführer fordert 17.000 Euro Schadenersatz!

So etwas wie Verspätung im Zugverkehr gibt es in Japan eigentlich nicht. (Symbolfoto)
So etwas wie Verspätung im Zugverkehr gibt es in Japan eigentlich nicht. (Symbolfoto)  © 123rf/bee32

43 Yen - also rund 33 Cent - zog die West Japan Railway dem Angestellten von seinem Lohn ab, weil er in den zwei Minuten am falschen Bahnsteig "nicht gearbeitet" hätte.

Das wollte der Japaner nicht hinnehmen. Er ging dem Zeitungsbericht zufolge vor Gericht und verklagte die Firma wegen "seelischer Qualen". Er fordert 17.000 Euro Schadenersatz.

Sein Missgeschick sei ein kleiner Fehler gewesen, kein Fernbleiben von der Arbeit. Dementgegen setzt das Bahnunternehmen: "Es gilt das Prinzip: Keine Arbeit, kein Lohn."

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Eine Entscheidung fiel in dieser kuriosen Gerichtsverhandlung noch nicht. Dennoch wird der Fall laut dem "Spiegel" sehr kontrovers diskutiert.

Titelfoto: 123rf/vacclav

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