Regierung genehmigt Armee 35.000 Pillen gegen Erektions-Störungen

Brasília (Brasilien) - Die Armee in Brasilien hat zwischen 2020 und 2022 fast 35.000 Viagra-Tabletten für ihre Truppen bestellt. Das Mittel wird unter anderem bei andauernder Erektionsstörung eingesetzt. Gekauft wurden die Pillen mit öffentlichen Geldern.

Viagra-Tabletten enthalten den gefäßerweiternden Wirkstoff Sildenafil.
Viagra-Tabletten enthalten den gefäßerweiternden Wirkstoff Sildenafil.  © Christophe Gateau/dpa

Herausgefunden hat das der Kongressabgeordnete Elias Vaz (55) von der Brasilianischen Sozialistischen Partei, was ihn zu einer Anfrage an das Verteidigungsministerium veranlasste, berichtet die brasilianische Tageszeitung O Globo.

In Brasilien "fehlt es in den Krankenhäusern an Heilmitteln, wie Insulin, für chronisch Kranke, und Bolsonaro und seine Leute verwenden öffentliche Gelder, um die kleine blaue Pille für die Streitkräfte zu kaufen", empörte sich Vaz.

Die Regierung von Präsident Jair Bolsonaro (67) solle deshalb erklären, weshalb sie eine Bestellung für Potenzmittel für die Soldaten genehmigt habe.

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In seiner Antwort erklärte das zuständige Ministerium, dass die Tabletten in Wahrheit "zur Behandlung von Patienten mit pulmonaler arterieller Hypertonie" bestimmt sei. Also bei Lungenhochdruck.

In den Unterlagen, die der Abgeordnete erhalten hat, werde die Marke "Viagra" zwar nicht erwähnt, jedoch der darin enthaltene Wirkstoff Sildenafil, erklärte er weiter.

Und tatsächlich: Sildenafil wurde ursprünglich entwickelt, um Bluthochdruck zu behandeln. Auch bei Lungenhochdruck wird es angewendet. Irgendwann stellte sich jedoch heraus, dass es auch erektionsfördernd wirkt.

Doch inzwischen ist ein weiteres Problem aufgetaucht.

143 Prozent zu viel bezahlt

Elias Vaz und Marcelo Freixo (55), seit 2019 Bundesabgeordneter der Abgeordnetenkammer von Brasilien, erklärten, dass sie nun durch die Staatsanwaltschaft die Rechnung für den Medikamentenkauf prüfen lassen wollen. Denn die beiden Politiker hätten Belege dafür, dass der Regierung offenbar 143 Prozent zu viel in Rechnung gestellt wurden. Für sie ein Hinweis auf Korruption.

Im Internet verspotten die User die Genehmigung des Potenzmittels:

"Ich will keinen Impfstoff, ich will Viagra"

"Jetzt verstehe ich den Kauf von 35.000 Viagra-Pillen für die Armee!"

"Die Streitkräfte genehmigen den Kauf von 35.000 Einheiten Viagra. Die Begründung: pulmonale arterielle Hypertonie. Der wahre Grund:"

Und manche Nutzer sind der Meinung, die Pillen sollen der Armee helfen, die Demokratie und "das Land noch mehr zu f***en".

Titelfoto: Christophe Gateau/dpa

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