Streit um "Champagner Sorbet": Franzosen siegen gegen Aldi

Von Carsten Hoefer

München - Ein Champagnereis darf nicht "Champagner" heißen, wenn es nicht nach Champagner schmeckt.

Eine Frau hält Gläser mit Champagner. Weil ein "Champagner Sorbet" nicht nach dem französischen Schaumwein schmeckte, gingen Hersteller gegen die Bezeichnung von Aldi vor. (Symbolbild)
Eine Frau hält Gläser mit Champagner. Weil ein "Champagner Sorbet" nicht nach dem französischen Schaumwein schmeckte, gingen Hersteller gegen die Bezeichnung von Aldi vor. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/ZB/dpa

Nach jahrelangem Rechtsstreit bis hin zum Europäischen Gerichtshof um die ehedem von Aldi verkaufte Eissorte "Champagner Sorbet" haben sich Frankreichs Champagnerhersteller vor dem Oberlandesgericht München gegen die deutsche Supermarktkette durchgesetzt.

Laut Urteil nutzte Aldi das Ansehen der geschützten Ursprungsbezeichnung "Champagner" unberechtigt aus. Die Richter sehen das als Irreführung, wie es in der am Donnerstag veröffentlichten Entscheidung heißt.

Maßgeblich für das Urteil: Das Sorbet schmeckte nicht nach Champagner. Die französischen Kläger argumentierten, dass das dominante Aroma Birne sei, gefolgt von Zucker, Zitronensäure und einem Hauch Alkohol.

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Der 29. Senat kam nun ebenfalls zu dem Schluss, dass das Aldi-Produkt "keinen hauptsächlich durch die Zutat Champagner hervorgerufenen Geschmack aufwies" - auch wenn eine Verkostung wegen 2014 abgelaufenen Haltbarkeitsdatums nicht mehr möglich war.

Das OLG nannte die Namen von Klägern und Beklagten nicht, doch hatte der Champagnerverband Civic den Prozess publik gemacht.

Titelfoto: Jens Kalaene/ZB/dpa

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