Wissenschaftler erforschen neue Möglichkeit high zu werden - ohne Drogen!

Berlin - Durch psychoaktive Substanzen high werden? Oldschool! Möglicherweise geht es auch ganz anders. Bestimmte digital erzeugte Töne, sogenannte binaurale Beats, versprechen ähnliche kognitive oder emotionale Zustände hervorzurufen wie bestimmte Drogen.

Könnten bestimmte Töne den Drogen-Konsum ersetzen?
Könnten bestimmte Töne den Drogen-Konsum ersetzen?  © 123rf/nutthasethv

Forscher haben erhoben, wie viele Menschen solche Töne - deren Wirkung umstritten ist - konsumieren.

Eine kürzlich im Fachblatt "Drug and Alcohol Review" erschienene Studie stützt sich auf Antworten von mehr als 30.000 Menschen in 22 Ländern. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei 27 Jahren. Von den Befragten hatte etwa jeder 20. in den vergangenen 12 Monaten binauralen Beats gelauscht.

Immerhin 12 Prozent dieser Hörer, hörten die Beats nach eigener Aussage, um eine psychedelische Wirkung zu erzielen. Das heißt, dass Hörer die Töne als Ersatz oder Ergänzung zum Gebrauch psychoaktiver Drogen nutzen.

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Ein binauraler Beat ist eine Klangillusion. Sie wird vom Gehirn erzeugt, wenn beide Ohren gleichzeitig zwei Töne hören, die sich in ihrer Frequenz leicht unterscheiden. Das Gehirn versucht dann, beide Töne miteinander in Einklang zu bringen.

Dabei entsteht ein dritter Ton - der binaurale Beat. "Es wird angenommen, dass diese dritte Frequenz eine Reihe von Effekten hervorruft", erklärt Co-Autorin Naomi Smith von der Federation University Australia.

Beispiel für binaurale Beats

Wirkung von binauralen Beats ist umstritten

Dass binaurale Beats tatsächlich eine ähnliche Wirkung wie Drogen erzeugen können, ist wissenschaftlich umstritten.
Dass binaurale Beats tatsächlich eine ähnliche Wirkung wie Drogen erzeugen können, ist wissenschaftlich umstritten.  © 123rf/megaflopp

Smith geht davon aus, dass die Beats therapeutisches Potenzial haben könnten. "Sie können Schmerzen lindern, Stress abbauen und die Konzentration verbessern", meint sie.

Dies deute auf eine potenzielle Wirkung zur Verbesserung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens von Menschen hin. Es müsse dazu jedoch noch mehr geforscht werden, so die Soziologin.

Christoph Reuter, Universitätsprofessor für Systematische Musikwissenschaft an der Universität Wien, ist ganz anderer Meinung. Er sagt, dass binaurale Beats "so gut wie keinen Effekt auf das menschliche Gehirn" haben. Sie würden weder psychedelische Effekte hervorrufen, noch seien sie für therapeutische Zwecke einsetzbar.

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"In der Forschung konnten die versprochenen Effekte bislang so gut wie nicht nachgewiesen werden", so Reuter.

Titelfoto: 123rf/nutthasethv

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