"Damen und Herren" ade: Disney-Themenparks führen genderneutrales Vokabular ein

USA - Disney legt bekanntlich großen Wert auf Diversität und Inklusion. In den US-Themenparks soll nun die Verwendung von "Damen und Herren" sowie "Jungen und Mädchen" komplett entfernt werden.

Der Magic-Kingdom-Park im Walt Disney World Resort in Lake Buena Vista (Florida). Auch hier soll es bald genderneutral zugehen.
Der Magic-Kingdom-Park im Walt Disney World Resort in Lake Buena Vista (Florida). Auch hier soll es bald genderneutral zugehen.  © blanscape/123RF

Wie Newsweek berichtete, möchte Disney sämtliche Erwähnungen von Geschlechtern und traditionellen Geschlechterrollen in seinen hauseigenen Themenparks abschaffen.

Mit der Maßnahme sollen die beliebten Freizeit- und Veranstaltungsorte noch einladender und integrativer gestaltet werden, heißt es in einer Mitteilung.

Vivian Ware, die als "Diversity and Inclusion Managerin" bei Disney arbeitet, nahm dabei auch Bezug zur aktuellen Gesetzgebung im US-Bundesstaat Florida. Diese würde die Rechte der LGBTQ-Community untergraben, weshalb die geplanten Maßnahmen dort schwierig umzusetzen seien.

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"Wir sagen nicht mehr 'Damen und Herren, Jungs und Mädchen'", erklärte Ware in einem Video-Statement.

"Wir haben Schulungen für all unsere Darsteller angeboten, sodass sie jetzt wissen, dass es 'Hallo allerseits' oder 'Hallo Freunde' heißt."

Die Besucher der einzelnen Disney World Resorts sollen "auf sinnvolle und integrative Weise einbezogen werden, sodass es für alle ein magischer und unvergesslicher Moment wird". Die Entfernung der geschlechtsspezifischen Sprache soll den Darstellern und Maskottchen mehr Möglichkeiten geben, bei der Interaktion mit den Gästen kreativ zu sein.

Gouverneur von Florida kritisiert genderneutrale Maßnahmen von Disney

Ron DeSantis (43), der Gouverneur von Florida, warf Disney Aktionismus vor. Der Medienkonzern sei "woke" und wolle eine "Agenda für extreme soziale Gerechtigkeit" durchsetzen, sagte er.

Disney verstoße mit den Auflagen zur Geschlechtsneutralität offen gegen das sogenannte "Don't Say Gay"-Gesetz, so DeSantis. Die umstrittene Elternrechtsmaßnahme, welche verhindern soll, dass Kinder in Schulen sexuell unangemessenen Lerninhalten ausgesetzt werden, wurde kürzlich in Florida eingeführt.

US-Präsident Joe Biden (79) und die LGBTQ-Gemeinschaft kritisierten das von den Republikanern verabschiedete Gesetz als "rückständig" und "hasserfüllt".

Titelfoto: blanscape/123RF

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