Kiyoshi Kuromiya: Wer ist der Mann vom Google-Doodle?

Netz - Am heutigen 4. Juni hat Google einem Menschen, der wahrscheinlich vielen Deutschen (vor allem) aus jüngeren Generationen gar nicht mehr bekannt ist, ein eigenes Doodle gewidmet. Geht man auf die Startseite der Suchmaschine, wird man von einem lächelnden Mann begrüßt - dem Autor Kiyoshi Kuromiya (1943 - 2000).

Kiyoshi Kuromiya (1943 - 2000) bekam am 4. Juni sein eigenes Doodle.
Kiyoshi Kuromiya (1943 - 2000) bekam am 4. Juni sein eigenes Doodle.  © screenshot/google.com

Doch warum bekommt der bereits vor 22 Jahren verstorbene Mann ausgerechnet jetzt sein eigenes Doodle? Die Antwort kann man sich - selbst wenn man Kuromiya vor dem heutigen Tage noch nicht kannte - bei genauerer Betrachtung des Doodles fast denken. Am rechten Rand des kleinen Kunstwerks ist eine Regenbogenflagge zu erkennen - das Symbol der LGBTQ-Gemeinschaft.

Aktuell wird auf der ganzen Welt der "Pride Month" zelebriert, in dem Homo-, Bi- und Transsexuelle sowie sexuelle Minderheiten aller Art gefeiert werden, viele heterosexuelle Menschen ihre Unterstützung ausdrücken und immer noch existierende gesellschaftliche Missstände und Vorurteile gegenüber sexuellen Minderheiten thematisiert und bekämpft werden.

Aus diesem Anlass entschied Google sich, dem japanisch-amerikanischen Autor eine besondere Plattform zu bieten. Denn Kuromiya war nicht nur Kriegsgegner und Menschenrechtler, sondern auch ein bedeutender "Gay Liberation"- und HIV-Aktivist.

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LGBTQ Segnungsgottesdienste für queere Menschen auch in Bayern

Im Juli 1965 outete sich der Schriftsteller als homosexuell. Vier Jahre später mitbegründete er die "Gay Liberation Front", die einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Akzeptanz von Schwulen und Lesben in den Vereinigten Staaten leistete.

In den 80er-Jahren war er außerdem ein bedeutendes Gesicht der AIDS-Aufklärung in den USA. Er versuchte die Bevölkerung unter dem Motto "Information ist Macht" von ihren Ängsten und Vorurteilen zu lösen.

1989 erkrankte Kuromiya selbst an HIV. Elf Jahre später starb er schließlich an Folgen von Krebs. Doch seine Taten bleiben bis heute - vor allem in den USA - unvergessen.

Titelfoto: screenshot/google.com

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