Transgender-Frau Tessa Ganserer muss mit Männername auf Wahlzettel

München - Die Transgender-Frau Tessa Ganserer (44, Grüne) wird zur Bundestagswahl 2021 unter ihrem Geburtsnamen Markus Ganserer auf dem Wahlzettel erscheinen.

Tessa Ganserer (44, Grüne) muss unter ihrem alten Namen auf dem Wahlzettel stehen. Ein Gesetz lässt hierbei wenig Spielraum. (Archiv)
Tessa Ganserer (44, Grüne) muss unter ihrem alten Namen auf dem Wahlzettel stehen. Ein Gesetz lässt hierbei wenig Spielraum. (Archiv)  © Daniel Karmann/dpa

Ihr weiblicher Vorname Tessa wird in Klammern stehen. Das hat der bayerische Landeswahlausschuss am Freitag beschlossen, wie eine Sprecherin des Statistischen Landesamtes in Fürth bestätigte.

Die Grünen-Politikerin, derzeit Landtagsabgeordnete in Bayern, könnte eine der ersten Transgender-Menschen sein, die in den Bundestag einziehen.

Ihr Listenplatz 13 bei den bayerischen Grünen gilt als weitgehend sicher. Bei einem bundesweiten Wahlergebnis von 8,9 Prozent brachten die bayerischen Grünen vor vier Jahren elf Fraktionsmitglieder in den Bundestag.

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Die Umfragen sehen die Partei zwei Monate vor dem Wahltermin am 26. September bei mehr als dem Doppelten.

Ganserer selbst hält die Nennung ihres Geburtsnamens für diskriminierend. Das Transsexuellen-Gesetz, auf dem die Regelung beruhe, sei verfassungswidrig, eine Änderung oder Novellierung werde seit zehn Jahren verschleppt, beklagte sie am Freitag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Dem geltenden Gesetz zufolge müsste sie sich einem langwierigen und teuren Begutachtungsverfahren unterziehen, das sie als entwürdigend empfinde, um Name und Geschlecht auch vor dem Gesetz zu ändern.

26 der 29 angemeldeten Parteien zugelassen

Eine entsprechende Klage sei beim Amtsgericht Nürnberg anhängig. Ganserer hält in ihrem Fall ein solches Verfahren für obsolet.

Insgesamt hat der Landeswahlausschuss am Freitag die Landeslisten von 26 Parteien und politischen Gruppierungen zur Bundestagswahl zugelassen.

Die Listen der Anarchistischen Pogo-Partei Deutschlands, der Lobbyisten für Kinder und der Sozialistischen Gleichheitspartei Vierte Internationale wurden abgelehnt.

In allen drei Fällen fehlte nach Darstellung des Landeswahlausschuss die notwendige Zahl von 500 Unterstützungsunterschriften.

Titelfoto: Daniel Karmann/dpa

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