Sachsenlotto mit Rekordumsatz im Corona-Jahr: Wiedereinstieg ins Sportwetten-Geschäft?

Leipzig - Sachsens staatliche Lotto-Gesellschaft prüft, ob sie wieder stärker ins Geschäft mit Sportwetten einsteigt. Anfang vorigen Jahres hatte Sachsenlotto die Sportwette Oddset aufgegeben.

Sachsenlotto prüft den Wiedereinstieg ins Sportwetten-Geschäft.
Sachsenlotto prüft den Wiedereinstieg ins Sportwetten-Geschäft.  © Hendrik Schmidt/ZB/dpa

"Unsere aktuelle Sicht ist, dass wir uns Sportwetten erneut anschauen. Das ist momentan das am schnellsten wachsende Segment im Glücksspielmarkt", sagte Sachenlotto-Chef Frank Schwarz. Bis Ende des Jahres sollen die Möglichkeiten ausgelotet werden.

Ein Wiedereinstieg bei Oddset sei eine Option. In anderen Bundesländern kann Oddset weiterhin gespielt werden.

Denkbar ist laut Schwarz auch, dass Sachsenlotto ein eigenes Wettangebot entwickelt, entweder alleine oder mit einem Partner. Dazu müsste dann allerdings ein neues Verkaufssystem aufgebaut werden, weil Sportwetten derzeit nicht in den klassischen Lotto-Annahmestellen verkauft werden dürfen.

Die Umsatzverluste durch den Wegfall von Oddset - zuletzt hatten die Spieleinsätze dort noch 5,8 Millionen Euro im Jahr betragen - habe Sachsenlotto vollständig auffangen können, sagte Schwarz.

Lotto-Gesellschaft macht höchsten Umsatz ihrer Geschichte

Sachenlotto-Chef Frank Schwarz kann sich über einen Rekordumsatz freuen.
Sachenlotto-Chef Frank Schwarz kann sich über einen Rekordumsatz freuen.  © Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

Die Lotto-Gesellschaft habe im Corona-Jahr 2020 den höchsten Umsatz ihrer Geschichte gemacht.

Hohe Jackpots vor allem im zweiten Halbjahr hätten verstärkt Spieler angezogen. Die Tipper setzten insgesamt 328 Millionen Euro ein - ein Plus von 6,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Den größten Beitrag lieferte wie auch in den Vorjahren der Lotto-Klassiker "6 aus 49". Mit 183 Millionen Euro entfielen mehr als die Hälfte der Spieleinsätze darauf.

Einbußen wegen Corona habe es praktisch kaum gegeben. Nur 40 der rund 1200 Annahmestellen im Land hätten wegen der Pandemie geschlossen werden müssen - etwa, weil die Betreiber krank waren oder in Quarantäne mussten.

Lotto-Chef Schwarz stellt sich in diesem Jahr wegen des neuen Glückspielstaatsvertrags auf weitere Änderungen ein. Er soll im Juli in Kraft treten und bisher untersagte Spielangebote wie Online-Casinos und virtuelle Automatenspiele unter bestimmten Bedingungen zulassen. Sachsenlotto plane, das Angebot von Losen im Internet zu erweitern.

Ein Online-Casino oder virtuelle Automatenspiele passten dagegen nicht zum System Lotto, sagte Schwarz. Dort sei die Spielbanken GmbH gefragt, deren Geschäfte er ebenfalls führt. Derzeit laufe auch dort eine Prüfung, was möglich sein könnte. Bis zum Sommer solle es dazu eine Entscheidung geben.

Titelfoto: Jan Woitas/dpa-Zentralbild/dpa

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